Katharina Thalbach: Jetzt gehöre ich dazu

Katharina Thalbach
Katharina Thalbach © Cover Media

Katharina Thalbach (60) ist jetzt Insider der Drogeriemarkt-Szene.

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Zur Drogeriefamilie

Die Schauspielerin ('Die Blechtrommel') war am Dienstag [30. September] in der heiß erwarteten Komödie 'Die Schlikkerfrauen' zu sehen, in der die Pleite der Drogeriemarkt-Kette Schlecker auf lustige Art thematisiert wurde. Das sei laut der Künstlerin für den Film auch genau der richtige Ansatz gewesen, schließlich schiebt sie ihren Einkaufswagen beim Discounter heutzutage ja auch nicht unter Tränen durch die Gänge. "Natürlich versinke ich nicht jedes Mal in Mitleid, das wäre ja arg unpraktisch beim Einkaufen", erläuterte sie im Interview mit 'stuttgarter-nachrichten.de' und betonte, nun eine wahre Kennerin zu sein, was Einkaufsregale und Co. betrifft: "Ich habe einen anderen Blick bekommen: Wie ist die Sortierung? Wo steht was? Sind die Sachen praktisch angeordnet? Kommt ein Kinderwagen durch die Gänge? Ich bin jetzt ein bisschen eingebunden in diese Drogeriefamilie." Sich von der Obrigkeit nichts gefallen zu lassen, sich zu wehren und Widerstand zu leisten - genau das sei der Stoff, den die Berlinerin auf dem TV-Bildschirm sehen möchte. Schließlich dürfe der Einzelne niemals damit aufhören, sich und seine Meinung zu verteidigen. "Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, sonst fände ich es schade zu leben. Sich abzufinden mit Ungerechtigkeiten, das wäre ein ganz schlimmer Zustand", bemerkte die Darstellerin. "Ich hoffe, dass wir mit dem Film auf diese Art von Schicksal aufmerksam machen […] Der Widerstand muss verteidigt werden. Es ist eine kleine Pforte der Utopie, die wir mit unserem Film aufstoßen."

Für die Schlecker-Frauen, die Thalbach und Kolleginnen wie Annette Frier (40, 'Danni Lowinski') in der Produktion darstellten, gab es auch eine eigene Testvorführung. Und wie waren die Reaktionen der ehemaligen Mitarbeiterinnen des Konzerns? "Die waren einhellig alle ziemlich begeistert und hatten das Gefühl, man hat ihnen ein Denkmal gesetzt. Darüber war ich dann natürlich sehr froh", gestand Thalbach im Interview mit der 'Neue Osnabrücker Zeitung'. Besonders froh sei sie auch darüber gewesen, dass sie in der Komödie richtig berlinern durfte. Für Katharina Thalbach war der Akzent ein wesentlicher Bestandteil des Filmes: "Ich habe mir die Dialoge dann alle selbst übersetzt. So eine zentrale Figur, und dann in dem Alter - die muss die Sprache ihrer Stadt sprechen. Ob Ost oder West, war mir egal, aber es musste Berlinerisch sein."

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