Kate Tempest verbindet Hip-Hop mit sprachlicher Sensibilität

Kate Tempest
Starke Präsenz: Kate Tempest live on stage. Foto: Label © deutsche presse agentur
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Sie ist die Frau der Stunde - auf beeindruckende Weise vereinigt die britische Rapperin und Lyrikerin Kate Tempest sprachliche Sensibilität, Poesie, Engagement und eine tolle Bühnenpräsenz.

Die Londonerin wurde 2014 für ihr Solodebüt "Everybody Down" für den renommierten Mercury Prize nominiert, ihr erster Roman "The Bricks That Built The Houses" liegt seit einiger Zeit bei uns unter dem Titel "Worauf du dich verlassen kannst" vor. Dazu kommen Lyrikbände, auch bereits ausgezeichnet. Und diverse Theaterstücke.

Jetzt legt Kate Tempest ihr neues Album "Let Them Eat Chaos" (Caroline/Universal) vor, und bleibt sich treu. Ob es sich dabei um Hip-Hop, Street Rap oder Spocken-Word-Poetry handelt, ist völlig gleichgültig. Schon im wunderbaren Intro "Picture The Vacuum" zieht uns die 30-Jährige in ihren Bann. Vom Weltall aus betrachtet die Sprecherin unsere Erde, und bewundert die Schönheit des blauen Planeten. "Here is our sun", und die sanften Konturen der Erdteile erinnern sie an kosmische Liebe. Dann rast die Kamera herunter, und mit einem schrillen Ton kommt die Stadt London in den Blick. Es ist Nacht, 4:18 Uhr.

In den folgenden Tracks erzählt sie die Geschichte von sieben Stadtbewohnern, ebenso poetische wie zornige Spotlights. Es geht ums Überleben, um die Verdrängung in der Metropole und den Druck der neokapitalistischen Verwertungsgesellschaft. "But even the drugs are boring", heißt es in dem Song "Europe Is Lost". Aber nicht alles ist verloren, Individuen können sich auflehnen: "Sex is still good when you get it".
Kate Tempest baut gekonnt Spannung auf, ihr Gefühl für Timing ist superb, und so entwickelt ihr Album, getragen von ihrer wunderbar sanften, manchmal zornigen Stimme, einen starken Sog. Aber eigentlich muss man die 30-Jährige live erleben, und dazu gibt es bald Gelegenheit.

Tourdaten:

29.10. Düsseldorf, New Fall Festival, Capitol Theater; 30.10. Hamburg, Mojo Club; 01.11. Frankfurt, Sankt Peter; 02.11. Berlin, Astra Kulturhaus; 03.11. München, Muffathalle


Quelle: DPA
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