Karl Lagerfeld hasst Selfies

Karl Lagerfeld hasst Selfies
"Ich bin eine nette Person": Karl Lagerfeld bei der Eröffnung des Flagship-Store von Fendi in New York im Februar © Evan Agostini/Invision/AP

Obgleich er das Bild von sich selbst mag, kann er Fotos von sich selbst nicht ausstehen - jedenfalls nicht, wenn sie mit einem schnöden Handy gemacht werden. Star-Designer Karl Lagerfeld (81) poltert in einem Interview mit der "New York Times": "Ich fotografiere mich nie selber mit dem Handy. Andere Leute schon und sie alle wollen Selfies mit mir. Nein, nein, nein." Er danke Gott, dass er seinen "groben und gemeinen" Bodyguard Sébastien Jondeau habe, der ihm die Fans mit den Selfie-Wünschen vom Leib halte. Denn er selbst sei schließlich eine "nette Person".

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"Nein, nein, nein"

In Sorge um die Pelz-Industrie

Auf sein Vorhaben angesprochen, anlässlich seines 50. Jubiläums als Kreativ-Direktor beim italienischen Modehaus Fendi eine Pelz-Kollektion mit dem wortspielerischen Namen "Haute Fourrure" auf die Laufstege zu bringen, verteidigt sich der Alt-Meister: "So lange die Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich die Botschaft einfach nicht." Außerdem vernichte man mit einem Boykott auch Arbeitsplätze, denn "die Zobel-Jäger im Norden" hätten sonst "keine andere Arbeit, dort gibt es sonst nichts zu tun". Auch er hasse die Vorstellung von grausam getöteten Tieren, aber beim Schlachter sei es doch viel schlimmer: Es sei, als ob man einen Mord besuche.

"Ich würde auf der Stelle sterben"

Derlei Statements sind Öl ins Feuer von Menschen wie Mimi Bekhechi, der britischen PETA-Chefin: Sie hatte zu der Diskussion um die Fendi-Pelze in der britischen Zeitung "The Independent" gesagt, Lagerfeld ziehe sich an wie ein Totengräber und genieße es, Leichen in seinen Kollektionen zu zeigen. Der legendäre Modeschöpfer gibt sich daraufhin gewohnt distanziert: "Es gibt nicht viele Leute, deren Meinung mir wichtig ist." An einen Rückzug aus dem Business denkt der 81-jährige Wahl-Pariser übrigens nicht im Traum: "Ich würde auf der Stelle sterben."

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