Kanye Wests Vorbilder? Auch diese Stars sind in die Politik gegangen

Kanye Wests Vorbilder? Auch diese Stars sind in die Politik gegangen
Ex-"Gouvernator" Arnold Schwarzenegger © Rich Fury/Invision/AP

Kanye West (38, "Touch The Sky") meint es also ernst mit der Präsidentschaftskandidatur. Er wäre nicht der erste Star, der sich auf politischem Terrain einen Namen macht. Für Schlagzeilen sorgte etwa 2003 Action-Held Arnold Schwarzenegger (68, "Terminator Genisys") mit seinem Wechsel in die Politik. Der gebürtige Österreicher gewann dann auch prompt für die Republikaner die Wahl zum Gouverneur von Kalifornien. Nach zwei Amtszeiten hat nun die Filmwelt den "Gouvernator" wieder.

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Von Arnie bis Claudia Jung

 

Ronald Reagan

 

Schwarzenegger wurde oft mit Ronald Reagan (1911-2004) verglichen. Auch der eroberte als Schauspieler die Herzen der US-Amerikaner, bevor er 1966 als Kandidat der Republikaner zum Gouverneur von Kalifornien und schließlich 1980 zum US-Präsidenten gewählt wurde. Konservative Republikaner bekommen bei der Erinnerung an seine beiden Amtszeiten noch feuchte Augen. Für viele anderen läutete er ein dunkles Zeitalter des Neoliberalismus ein.

 

George Murphy

 

Vorreiter für Reagan und Schwarzenegger war George Murphy (1902-1992), der sich nach einer erfolgreichen Schauspielkarriere (unter anderem "Tödliche Grenze") der Politik zuwandte. Anfang der 60er übernahm er den Vorsitz der kalifornischen Republikaner, 1964 wurde er in den US-Senat gewählt. Nachdem ihm wegen Speiseröhrenkrebs der Kehlkopf entfernt werden musste, verzichtete Murphy auf eine zweite Amtszeit und zog sich aus der Politik zurück. Bis heute ist er der einzige US-Senator mit einem Stern auf Hollywoods "Walk of Fame".

 

Sonny Bono

 

Chers Ex-Mann und -Duettpartner Sonny Bono (1935-1998) begann sich mit der Politik zu beschäftigen, nachdem lokale Behörden ihm bei der Eröffnung eines Restaurants Steine in den Weg legten. 1988 wurde Bono für vier Jahre zum Bürgermeister von Palm Springs gewählt, 1994 zog er für die Republikaner in das Repräsentantenhaus ein. Seine Karriere fand durch den Tod bei einem Skiunfall im Jahr 1998 ein jähes Ende. Bis heute ist Bono der einzige Kongressabgeordnete mit einem Nummer-Eins-Hit.

 

Jesse Ventura

 

Nach einer erfolgreichen Wrestling-Karriere stieg Jesse "The Body" Ventura (64) in den politischen Ring. 1991 wurde er für vier Jahre zum Bürgermeister von Brooklyn Park gewählt, 1998 trat er für die Reform Party bei der Wahl zum Gouverneur von Minnesota an und schlug überraschend die Kandidaten der Republikaner und Demokraten. Eine zweite Amtszeit lehnte Ventura ab, da er seine Familie vor Angriffen von Seiten der Medien schützen wollte.

 

Clint Eastwood

 

Hollywood-Star Clint Eastwood (85, "Jersey Boys") ist schon lange politisch engagiert. Seit 1952 ist er als Wähler der Republikaner registriert, wobei der Schauspieler sich selbst als "libertär" bezeichnet. 1986 gewann Eastwood die Bürgermeisterwahlen in seinem Heimatort Carmel und übte das Amt bis 1988 aus.

 

Glenda Jackson

 

Glenda Jackson (79, "Women in Love") konnte bereits auf eine lange und erfolgreiche Schauspiel-Karriere zurückblicken, als sie sich in den 90ern der Politik zuwandte - unter anderem stehen in ihrem Trophäenregal zwei Oscars und ein Emmy. 1992 zog Jackson für die Labour Party ins britische Unterhaus ein, wo sie ihren Sitz bis 2015 verteidigen konnte.

 

Peter Garrett

 

Midnight-Oil-Sänger Peter Garrett (62, "Beds Are Burning") entwickelte bereits während seiner Musikkarriere politische Ambitionen. 1984 zählte er zu den Gründern der Nuclear Disarmament Party, eine Kandidatur für den Australischen Senat scheiterte allerdings. Garrett setzte sich danach für Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen ein. 2004 zog er als Kandidat der Labor Party ins australische Repräsentantenhaus ein, 2007 wurde er zum Minister für Umwelt, Kulturerbe und Kunst ernannt. Nach der Wiederwahl 2010 wurde er Bildungsminister, 2013 zog er sich nach parteiinternen Machtkämpfen aus der Politik zurück.

 

Cicciolina

 

Porno-Star Ilona Staller (63) alias Cicciolina ist sicher eine der schrägsten Figuren der italienischen Politiklandschaft. Im Wahlkampf für die grüne Lista del Sole setzte sie Ende der 70er auf ihre schlagkräftigsten Argumente: Staller entblößte bei den Auftritten häufig ihre Brüste, für den Wahlsieg reichte das allerdings noch nicht. 1987 gelang dann schließlich für die linksliberale Partito Radicale der Einzug ins Parlament. Auch während ihrer Amtszeit provozierte Staller gerne mit freizügigen Auftritten.

 

Gilberto Gil

 

Für Gilberto Gil (73, "Rosa Morena") gingen Musik und Politik schon immer Hand in Hand. In den 60ern wurde er Mitbegründer der Tropicalismo-Bewegung, die Bossa Nova mit Rock und Pop verband und in ihren Texten die damalige brasilianische Militärdiktatur attackierte. Gil musste zwischenzeitlich das Land verlassen und ins Londoner Exil gehen. Nach seiner Rückkehr blieb er politisch aktiv, als Höhepunkt seiner Karriere wurde Gil 2003 als zweites schwarzes Kabinettsmitglied in der brasilianischen Geschichte zum Kulturminister ernannt.

 

Youssou N'Dour

 

Senegals Superstar Youssou N'Dour (55, "Marley") wollte 2012 ganz hoch hinaus: Der Sänger trat zur Präsidentschaftswahl an. Das Verfassungsgericht lehnte jedoch seine Kandidatur ab, da er angeblich zu wenige Unterschriften gesammelt hatte. Gleichzeitig ließ das Gericht die Kandidatur von Amtsinhaber Abdoulaye Wade zu, obwohl dies nach zwei Amtszeiten eigentlich nicht mit den Gesetzen vereinbar war. Die Entscheidung löste heftige Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei aus. N'Dour unterstützte den späteren Wahlsieger Macky Sall, der ihn zum Minister für Kultur und Tourismus machte.

 

Ruslana

 

Die ukrainische ESC-Siegerin Ruslana Lyschytschko (42) wurde 2004 zu einer Symbolfigur der Orangen Revolution: Sie stellte sich als eine der ersten Künstlerinnen auf die Seite Wiktor Juschtschenkos. 2006 wurde Ruslana für dessen Partei ins ukrainische Parlament gewählt, legte das Amt aber bereits im folgenden Jahr wieder nieder. Später wurde sie zur Leitfigur der Euromaidan-Proteste.

 

Vitali Klitschko

 

Auch Boxer Vitali Klitschko (44) engagierte sich in der Orangen Revolution. 2006 trat er erstmals bei der Wahl des Kiewer Bürgermeisters an und kandidierte für das Parlament. 2010 wurde Klitschko Vorsitzender der prowestlichen Partei UDAR und auch er protestierte auf dem Maidan gegen Präsident Janukowytsch. 2014 gewann er schließlich die Wahl zum Bürgermeister von Kiew.

 

Claudia Jung

 

In Deutschland sind Showgrößen in der Politik eher noch die Ausnahme. Zu den wenigen Promi-Politikern gehört Schlagersängerin Claudia Jung (51, "Alles was ich brauche bist du"), die von 2008 bis 2013 für die Freien Wähler im Bayerischen Landtag saß.

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