Kachelmann-Prozess: Richter unbefangen

Kachelmann-Prozess: Richter unbefangen
© dpa, Ronald Wittek

Prozess startet wie geplant

Im Prozess wegen Vergewaltigung gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann wurden die Befangenheitsanträge gegen die Richter zurückgewiesen, sagte sein Strafverteidiger Reinhard Birkenstock. Der Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator kann demnach am wie geplant und mit gleicher Besetzung der Richterbank fortgesetzt werden.

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Zum Prozessauftakt 6. September hatten die Anwälte des 52-Jährigen beim Landgericht Mannheim Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter Michael Seidling und die Richterin Daniela Bültmann gestellt. Die Gründe des Ablehnungsantrags hatten die Verteidiger nicht konkret erläutert. "Herr Kachelmann hat den Befangenheitsantrag gestellt, weil die Sorge besteht, dass die beiden abgestellten Richterpersönlichkeiten ihm nicht mit der nötigen Unvoreingenommenheit gegenüberstehen", hatte Birkenstock erklärt.

Kachelmann-Prozess: Richter unbefangen

Vor dem Prozess war spekuliert worden, dass der Vorsitzende Richter privat mit dem Vater des mutmaßlichen Opfers bekannt sei. Auch hatte für Verwunderung gesorgt, dass Seidling zunächst Zeugen aus dem Umfeld Kachelmanns hören will und erst zum Schluss das mutmaßliche Opfer. Die Pressestelle des Gerichts hat die Ablehnung des Befangenheitsantrags bisher nicht bestätigt oder näher erläutert.

Kachelmann wird beschuldigt, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Bei einer Verurteilung drohen dem Schweizer bis zu 15 Jahre Haft. Der 52-Jährige war am 20. März nach seiner Rückkehr aus Kanada am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Am 29. Juli hob das Oberlandesgericht Karlsruhe den Haftbefehl gegen Kachelmann mit der Begründung auf, es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr.

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