Jutta Winkelmann: Krebs-Drama um Langhans-Muse

Jutta Winkelmann und Rainer Langhans
Zwei Hippie-Ikonen: Jutta Winkelmann und Rainer Langhans © picture alliance / Eventpress rh, Eventpress rh

"Ich habe so schreckliche Angst"

Krebs-Drama um Jutta Winkelmann: Sie liebte Kommune-1-Gründer Rainer Langhans, war eine Ikone des wilden Hippielebens und landete beim Entführungsdrama um den Milliardärs-Erben John Paul Getty III sogar im italienischen Knast: An der Seite ihrer Zwillingsschwester Gisela Getty führte Jutta ein kurvenreiches Leben als Blumenkind mit wilden Drogentrips und freier Liebe. Jetzt kämpft die 63-Jährige gegen den Knochenkrebs. Doch es geht ihr schlecht.

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In ihrem bewegenden Blog 'merashiva.com' beschreibt sie ihren Zustand: "Der Krebs ist explodiert, drei Metastasen in der Schädeldecke, der erste und zweite Halswirbel – wie ein Schlag ins Genick, runter zum vierten, fünften und sechsten", schreibt Winkelmann. "Es wird dauernd mehr. Und dann sind da noch die alten, großen Metastasen vom letzten Jahr wieder aktiv. Als hätten die nicht gereicht. "

Vor knapp zwölf Jahren erkrankte sie zum ersten Mal an Brustkrebs. Es folgte eine Brustamputation, doch der Krebs kehrt zurück. Winkelmann bleibt tapfer, doch die Krankheit setzt ihr sehr zu: "Nicht weinen. Ich habe so schreckliche Angst", heißt es in einem Eintrag mit dem Titel 'the end'. "Ich will nicht sterben, es muss ein schrecklicher Irrtum sein. Die Schmerzen sind so wahnsinnig. Ich bekomme Morphinpflaster. Ich vertrage sie nicht. Ich kotze alles explosionsartig aus. Ich krieche auf allen vieren aufs Klo", so Winkelmann. Und weiter: "Nichts hilft, die höllischen Schmerzen zersägen mein Ich, zerhämmern meine Individualität. Es bleibt nichts von mir übrig. Es gibt keine Hilfe."

Es scheint, als hätte sie sich zwischendurch aufgegeben: "Hier aus meinem Fenster fliegen die schönen Pläne und Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, die schlimmen, das Drama, die Nachtmahrs, der Horror, die Angst, die Hoffnung." Doch die Erinnerungen an ihr bewegtes Leben kann der Krebs ihr nicht nehmen. Auf einer Toilette bei einer Party in Los Angeles prügelte sie sich einmal mit ihrer Schwester Gisela, weil beide mit Bob Dylan schlafen wollten, wie Winkelmann 2008 in einem Interview mit der 'Welt' erzählte. Ein LSD-Trip allerdings machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

In einem ihrer letzten Einträge bedankt Winkelmann sich bei ihrer Schwester: " Du kommst und salbst mich. Cremst mich, setzt mich wieder zusammen. [… ]Alles gibst du. Ich weiß nicht, wie ich danken kann. Grosse, schöne Schwester. Schwester, Schwester, Gisela. So helles Licht", heißt in einem Eintrag namens 'you angel, you'. Doch Abschied nehmen mussten die beiden unzertrennlichen Schwestern noch nicht.

Mittlerweile hat Winkelmann das Krankenhaus wieder verlassen. "Sie erholt sich zu Hause, versucht auch wieder zu essen. Sie braucht Ruhe. Wenn es ihr wieder besser geht, wird Jutta wieder schreiben", sagte Rainer Langhans der 'Bild'.

Bildquelle: dpa

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