'Jupiter Ascending' mit Mila Kunis, Channing Tatum und Eddie Redmayne: Schöne Bilder, aber plumpe Handlung

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Jupiter Ascending
Mila Kunis überzeugt in 'Jupiter Ascending' nur mit ihrem Look. © Warner Bros.

2 von 5 Punkten

'Jupiter Ascending’ sollte wahrscheinlich das große Comeback der Filmemacher Andy und Lana Wachowski in das Science-Fiction-Genre werden. Denn nachdem die Geschwister mit der 'Matrix’-Trilogie 1999 ihren großen Durchbruch feierten, ließ der nächste große Welt-Erfolg leider auf sich warten. Und das wohl bis heute, denn auch ihr neuestes Werk bleibt weit unter den Erwartungen. Schlimmer noch: Als Mega-Sci-Fi-Spektakel angekündigt, können allerhöchstens die Special-Effekte in 'Jupiter Ascending’ punkten. Drehbuch, Umsetzung und sogar die hochkarätige Besetzung mit Channing Tatum, Mila Kunis und Eddie Redmayne werden dem Kinozuschauer wohl nicht mehr als ein müdes Gähnen entlocken.

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Wirklich schade, denn die Story hätte durchaus Potential: Darin schlägt sich die junge Jupiter Jones (Mila Kunis, 'Die fantastische Welt von Oz) als Putzfrau mehr schlecht als recht durchs Leben. Das ändert sich allerdings schlagartig, als sie fast von Außerirdischen getötet wird. Wie gut, dass der genmanipulierte Ex-Soldat Caine (Channing Tatum, 'Magic Mike’) rechtzeitig zur Stelle ist, um Jupiter zu retten. Was sie da noch nicht ahnt: Sie trägt ein Gen in sich, das sie zur Herrscherin des Universums bestimmt und damit gleichzeitig zur Zielscheibe der drei bisherigen galaktischen Herrscher Kalique (Tuppence Middleton, 'The Imitation Game‘), Titus (Douglas Booth, 'The Riot Club‘) und Balon (Eddie Redmayne, 'Die Entdeckung der Unendlichkeit‘) macht, die sich dadurch in ihrem Machtgefüge bedroht sehen. Jupiter soll vernichtet werden, bevor sie ihr Erbe antreten kann. Doch weil jeder der Geschwister dabei seine eigenen Ziele verfolgt, entbrennt schon bald ein erbitterter Kampf um Macht und Wahrheit.

Dafür haben sich die Wachowski-Geschwister, die hier als Drehbuchautoren und Regisseure ihre Finger im Spiel hatten, finanziell nicht lumpen lassen. Satte 175 Millionen US-Dollar haben die beiden in 'Jupiter Ascending’ gesteckt und das sieht man dem Streifen zweifellos auch an. Imposante Raumschiffe und atemberaubende Galaxien mit viel Liebe zum Detail machen das Science-Fiction-Abenteuer zu einem wahren Hingucker. Die actionreichen Kampfszenen und halsbrecherischen Verfolgungsjagden zeugen außerdem von einer technischen Raffinesse, für die die Wachowskis so berühmt geworden sind. Da macht sogar das 3D mal Sinn.

Mila Kunis und Channing Tatum können 'Jupiter Ascending' auch nicht retten

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Channing Tatum und Mila Kunis spielen die Hauptrollen in 'Jupiter Ascending'. © Warner Bros. © Murray Close

Doch so sehr die Bilder überzeugen, so sehr enttäuscht die Umsetzung der Story. Die Handlung wirkt plump und lieblos erzählt. Der verzweifelte Versuch einen Moment des Augenzwinkerns zu erschaffen und einen Hauch von Humor einzubringen, scheitert kläglich. Besonders als Jupiter Jones im All eine Art Behörden-Marathon im Stil von 'Passierschein A 38‘ aus 'Asterix erobert Rom’ durchlaufen muss, fragt sich der Zuschauer, was das Ganze soll.

Da nützt es auch nichts, dass mit Mila Kunis und Channing Tatum zwei echte Hollywood-Hotties auf der Kino-Leinwand ihr Unwesen treiben. Denn während Kunis neben ihrer nicht weiter erwähnenswerten Schauspielleistung immerhin noch hübsch anzuschauen ist, haben es die Kostümbilder von 'Jupiter Ascending’ bei Channing Tatum wohl zu gut gemeint. Denn mal ehrlich: Wollen sie den ehemaligen 'Sexiest man Alive’ mit Elfenohren und schwarzem Kajal sehen? Ich wünschte, mir wäre der Anblick erspart geblieben. Das ist aber noch nichts im Vergleich zu der Performance von Eddie Redmayne. Seine Darstellung des Balem, der mit heiserer Stimme nur mühsam die Worte herauspressen kann, ist derart überzogen, dass der oscarnominierte Schauspieler einem fast schon leid tut.

Das können einem aber auch Andy und Lana Wachowski, denn 'Jupiter Ascending’ stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Das war den meisten wohl spätestens dann klar, als der geplante Kinostart von Juli 2014 auf Februar 2015 verschoben wurde, um mehr Zeit für die Postproduktion zu haben. Ein paar zusätzliche 3D-Effekte können letztlich aber eben nicht über ein schlechtes Drehbuch und mangelnde schauspielerische Leistungen hinwegtäuschen.

Kinostart: 05. Februar 2015

Genre: Science Fiction

Originaltitel: Jupiter Ascending

Filmlänge: 127 Minuten

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