Julianne Moore: Ihr Weg auf den Hollywood-Olymp

Julianne Moore: Ihr Weg auf den Hollywood-Olymp
Die Oscar-Preisträgerin 2015 auf dem roten Teppich mit ihrem Mann Bart Freundlich © Jordan Strauss/Invision/AP

Julianne Moore gilt als der Gegenentwurf zum extravaganten Hollywood-Star. "Mein Mann macht sich über mich lustig, weil ich so normal bin. Ich mag alles schön vertraut und geordnet", sagte sie einmal über sich. Auch nach ihrem Oscar-Gewinn für ihre Rolle in "Still Alice", der heute in den deutschen Kinos startet, wird sie nicht die Bodenhaftung verlieren. Zu entbehrungsreich war ihr Weg auf den Hollywood-Olymp.

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Zum Start von "Still Alice"

Die 1960 in Fayetteville, North Carolina, geborene Julie Anne Smith wurde als Kind wegen ihres Äußeren oft gehänselt. Sie war nicht sportlich, lernte erst mit 26 Jahren schwimmen, dazu die roten Haare, Sommersprossen und eine Brille. Der Prototyp eines unscheinbaren Mauerblümchens. Da erwies es sich auch als wenig hilfreich, dass sie als Kind ständig auf Achse war. Ihr Vater war Richter bei der US Army; seinetwegen musste die Familie einige Male umziehen. 1979 machte sie ihren Abschluss an der American High School in Frankfurt am Main. Nachdem sie ihr College in Boston abgeschlossen hatte, wurde sie schließlich in New York heimisch, wo sie ab 1983 eine Schauspielschule besuchte. Bis heute lebt sie mit ihrer Familie im Big Apple.

Aus der erhofften Karriere am Broadway - von Hollywood hätte sie damals nicht zu träumen gewagt - wurde aber erstmal nichts. Sie verdingte sich als Kellnerin und trat auf kleinen, kaum beachteten Theater-Bühnen auf. 1984 erschien sie in einer Episode der Seifen-Oper "The Edge of Night" und konnte sich außerdem eine Rolle in "As the World turns" sichern, für die sie mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. Auch Moores Welt beginnt sich zu ändern.

"Eine ziemlich furchtbare Erfahrung"

Regisseure wie Robert Altman und Steven Spielberg werden auf die talentierte Jungschauspielerin aufmerksam. "Short Cuts", "Auf der Flucht", "Vergessene Welt: Jurassic Park" und schließlich ihre erste große Hauptrolle im Indie-Film "Safe" bringen ihr Kritikerlob und weitere Rollen ein. Lediglich die Komödie "Nine Month" erwies sich als ziemlicher Reinfall und drohte, Moores junge Karriere im Keim zu ersticken. "Erinnern Sie mich bitte nicht daran. Es war eine ziemlich furchtbare Erfahrung. Da sagt man schon mal zu, in einer großen Hollywood-Komödie eine lustige Rolle zu spielen. Und dann wird es ein furchtbarer Flop", sagte die Schauspielerin 2010 in einem Interview mit "Welt Online".

Obwohl Moore in anderen Komödien, etwa "The Big Lebowski" oder "Evolution" mit ihrem Witz punkten kann, sehen sie die Regisseure gerne in leidenden Rollen. Für ihre Leistung in "Boogie Nights", wo sie eine Pornodarstellerin mimt, die um ihr Kind kämpft, wurde sie 1998 erstmals für einen Oscar nominiert. Auch für die Dramen "Das Ende einer Affäre", "Dem Himmel so fern" und "The Hours" wurden ihr Goldjungen in Aussicht gestellt.

Obwohl Moore selbst vor einigen Jahren einmal sagte, sie habe keine Lust mehr, auf der Leinwand zu leiden, bescherte ihr nun genau diese Schwermut den ersten Oscar. In "Still Alice" spielt Moore eine an Alzheimer erkrankte Frau, die im Alter von nur 50 Jahren langsam aber sicher vom Leben, das sie bisher kannte, Abschied nehmen muss. "Ich konnte auf keine persönlichen Erfahrungen mit Alzheimer zurückgreifen. Aber ich hatte viele Diskussionen mit verschiedenen Frauen via Skype. Sie alle waren in ihren 40ern und wurden mit der Krankheit diagnostiziert", erzählt die 54-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. "Mir war es wichtig, zu erfahren, wie diese Frauen in den verschiedenen Stadien der Krankheit fühlen. Ich wollte diese Rolle so gut ich eben konnte ausfüllen, auch um allen Alzheimer-Patienten gerecht zu werden."

Zwei Kinder mit einem Regisseur

Gegen die Tristesse auf der Leinwand hilft die positive Dynamik in den heimischen vier Wänden. "Die Unterstützung meiner Familie hilft mir, mein Leben auszubalancieren", sagt Moore. Seit 2003 ist sie mit dem Regisseur Bart Freundlich verheiratet, die beiden haben zwei Kinder.

Ihre Jüngsten haben sie auch dazu inspiriert, unter die Kinderbuch-Autoren zu gehen. Sie selbst sei von ihren Klassenkameraden wegen ihrer Sommersprossen als "Freckleface Strawberry" (etwa: "sommersprossige Erdbeere") beschimpft worden. Aus der Beleidigung machte Moore den Titel für ein witziges Bilderbuch, das Kindern helfen soll, sich selbst zu akzeptieren. Die Bücher verkaufen sich blendend und mittlerweile wird die Geschichte sogar als Kinder-Musical aufgeführt.

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