Jürgen Klopps Rückkehr: Sein Spiel gegen die "besten Freunde"

Jürgen Klopps Rückkehr: Sein Spiel gegen die "besten Freunde"
Der Mann auf den am Donnerstagabend alle Kameras gerichtet sein werden: Jürgen Klopp © Vlad1988/Shutterstock.com

Es gibt viele Gründe, warum Fußball ein so populäres Spiel ist. Tore, Geschwindigkeit, Spannung. Aber eben auch: Die menschlichen Geschichten, die der Sport schreibt, ganz ohne künstliche Inszenierung. Am Donnerstagabend wird sich in Dortmund eine bemerkenswerte Geschichte ereignen. Jürgen Klopp (48) kehrt zurück an seine alte Wahlheimat. Sieben Jahre lang hatte der Trainer hier gewirkt, Titel gewonnen, Freudentränen vergossen - und ist zur Kultfigur aufgestiegen. Nun steht er auf einmal auf der Seite der Gegner seines BVB. Für einen Europa-League-Abend zumindest: Borussia Dortmund gegen FC Liverpool, Dortmund gegen Klopp.

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So emotional ist die Rückkehr

Gerade weil die Geschichte so schön - im besten Sinne "dramatisch", theaterhaft - ist, sind alle Kameras auf Klopp gerichtet. Der Sender Sport1 will eigens eine "Klopp-Cam" installieren. Schon bei der Pressekonferenz war ein kaum vorstellbares Blitzlichtgewitter auf Klopp niedergegangen. "Seid ihr geisteskrank?", fragte der Coach scherzend. Klopp gibt sich cool. Aber zu sehen ist auch: Bevor er sich an das Pult setzt, an dem er hunderte Male Rede und Antwort gestanden war, atmet der 48-Jährige kurz schwer durch. Ganz verbergen kann er die Emotionalität eben doch nicht.


"...besser als Nordkorea"

In den Zwischentönen klingt an, wie viel Dortmund Klopp immer noch bedeutet - auch wenn er den Pressevertretern auf Nachfrage fast etwas zu flapsig erklärt: "Es ist besser, hier zu sein, als in,... na, sagen wir Nordkorea." Etwas tiefer blicken lässt ein anderer Satz. "Am Anfang unseres Lebens haben wir immer gegen unsere besten Freunde gespielt und wollten sie immer besiegen." Gar kein Problem sei das Spiel also, meint Klopp. Und muss dafür trotzdem die Worte "beste Freunde" benutzen.


Im Interview mit Sport1 redete der Kulttrainer auch etwas offener über seine Gefühlsverfassung bei der Rückkehr. "Das Stadion hat sich glücklicherweise nicht verändert, das freut mich zu sehen", erklärte Klopp. "Alles ist nach wie vor sehr, sehr schön. In diesem Moment weckt das natürlich auch Erinnerungen - ich wäre aus Holz, wenn es nicht so wäre, aber ansonsten ist alles gut." Nur auf den Torjubel verzichten will Klopp im Falle des Falles erklärtermaßen nicht. "Wenn es im Spiel ein wichtiger Moment ist, dann könnte es sein, dass ich ganz normal juble, das ist sogar recht wahrscheinlich", warnte er die Fans.


BVB witzelt über seinen "unsterblichen" Ex-Trainer

Und die alten Weggefährten? Sie schonen Klopp nicht allzu sehr. Klopp habe sich in Dortmund "unsterblich" gemacht, sagte BVB-Boss Joachim Watzke vor einiger Zeit dem WDR. Diesmal warnt er vor allem davor, Dortmund solle sich nicht vom Wiedersehen mit dem Ex-Coach "einlullen" lassen. Und an Brücken entlang des Wegs zum Stadion hat der Verein sogar Banner anbringen lassen: "Lieber Jürgen Klopp, zuhause auf'm Platz sind Auswärtsniederlagen am besten zu ertragen."



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