Jürgen Domian: Man muss den Tod akzeptieren

Jürgen Domian: Man muss den Tod akzeptieren
Jürgen Domian © Cover Media

Für den Fernsehmann hat das Lebensende seinen Stachel verloren, wie Jürgen Domian (57) dem 'Kölner Stadtanzeiger' offenbarte: "Ich glaube, dass man besser lebt, wenn man sich mit dem Tod beschäftigt. Das betonen alle großen spirituellen Traditionen der Welt: Man muss Tod und Leben als Einheit sehen. Wer den Tod akzeptiert, kann viel fröhlicher und viel gelassener durchs Leben gehen, lebt viel mehr im Jetzt. Man kann den Tod nicht begreifen, aber man kann ihn akzeptieren. Wem der Tod gegenwärtig ist, verschwendet seine Zeit nicht mehr."

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Er hat keine Angst mehr

Passend dazu drehte der Star zu dem Thema eine Dokumentation mit dem Titel 'Interview mit dem Tod'. Jürgen Domian, der in seiner Nachtsendung schon öfter mit Sterbenden und Trauernden sprach, gab auch Ratschläge, wie man mit Menschen umgeben soll, die gerade einen geliebten Menschen verloren haben. Viele wüssten nicht, was sie sagen sollten und machten dann einen großen Bogen um die Verzweifelten.

"Ich habe gelernt, dass Dasein und einfach nur Zuhören das Wichtigste sind", betonte Domian, bevor er vor Plattitüden warnte: "Es gibt nichts Schlimmeres als zum Beispiel Trauernden zu sagen, das Leben müsse ja weiter gehen. Trauer ist etwas sehr individuelles und sehr kompliziertes."

Jürgen Domian muss sich auch mit einem ganz anderen Ende auseinandersetzen: Im Winter 2016 wird er nach über zwanzig Jahren mit seiner Nachtsendung aufhören - und freut sich schon auf etwas ganz Einfaches, wie er dem 'Süddeutschen Magazin' verriet: "Ich möchte öfter die Morgensonne sehen. Im Winter lebe ich mit ein, zwei Stunden Tageslicht. Das schlägt einem aufs Gemüt. Außerdem will ich meinen Gesprächspartnern endlich mal ins Gesicht sehen, statt mit ihnen zu telefonieren."

Aber ein Jahr können die Menschen Jürgen Domian noch in der Nacht ihre Geheimnisse und Sorgen anvertrauen.

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