Judith Owen: Mit dem Piano unterwegs

Judith Owen
Judith Owen ist live ein Erlebnis. Foto:  Matthew Becker © deutsche presse agentur
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Es ist die Geschichte einer langsamen Annäherung: "Ebb & Flow", das achte Album der Pianistin und Sängerin Judith Owen, war das erste, das im letzten Jahr auch in Deutschland erschienen ist. Eine Tournee schloss sich an - und jetzt spielt sich langsam alles ein.

Der Herbst gehört Judith Owen, die am 28. September mit ihrer Band in Baden-Baden beim SWR1-Radio Konzert ihre neue Deutschland-Tournee startet. Im Gepäck hat sie ihr aktuelles Album "Somebody's Child", das Anfang Mai erschienen ist.

Ganz entspannt kommt die Singer-Songwriterin aus Wales, die inzwischen in Los Angeles lebt, häufig in ihren Songs daher, die um ihre kraftvolle und ausdrucksstarken Stimme und das Piano kreisen. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen, denn Judith Owens Geschichten sind nicht selten düster und melancholisch. Diese Frau hat etwas zu erzählen.

Im Titelsong ihres neuen Albums geht es um ein Erlebnis im New York, als eine hochschwangere und mitleiderregende junge Frau barfuß durch den Schnee stapfte - und von allen gemieden wurde. Diese Gesellschaft sei so entmenschlicht, meint Judith Owen und "das ganze Album dreht sich darum, uns wieder mit dieser Menschlichkeit zu verbinden".

Im Mittelpunkt ihres Albums "Ebb & Flow" stand vor allem der Tod ihres geliebten Vaters, der auch auf "Somebody's Child" noch immer gegenwärtig ist. In der traurigen, ganz verhalten instrumentierten Ballade "No More Goodbyes" geht es um Abschied, um das Loslassen und den Wunsch, dass der Schmerz einmal vorbeigehen möge. Ein sensibles Songwriting trifft hier auf eine große Ernsthaftigkeit. Herzergreifend.

Bei aller durchscheinenden Melancholie - "Somebody's Child" sei ein freudiges Album, meint Judith Owen. Und da hat natürlich auch die Liebe ihren Platz: "Mystery" heißt der Song dazu.

Mit ihrer Musik knüpft Judith Owen an die Klassiker ihrer Kindheit an: "Das, was ich heute bin, resultiert letztendlich aus jener Musik, mit der ich aufgewachsen bin, mit Oper und Frank Sinatra, mit Joni Mitchell und Stevie Wonder und auch allem dazwischen." Und so findet auch ganz organisch das Sixties-Musical "Hair" in ihrem Kosmos seinen Platz: Das verjazzte "Aquarius" groovt.

Tourdaten: 28.09. Baden-Baden SWR1-Radio Konzert, 29.09. Leipzig - Moritzbastei, 30.09. Lübeck - Kolosseum, 02.10. Berlin - B-flat, 05.10. Münster - Konzerthalle Cloud, 06.10. Bonn - Harmonie, 09.10. Darmstadt - Jagdhofkeller, 10.10. Stuttgart - Renitenztheater, 11.10. Freiburg - Jazzhaus, 13.10. Burglengenfeld - Keller 10 16.10. München - Backstage Halle


Quelle: DPA
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