Judith Holofernes: Ab und zu die Schnauze halten

Judith Holofernes
Judith Holofernes © coverme.com

Für Judith Holofernes (37) sind gute Ideen so, als hätte ihr "das Universum einen Witz erzählt".

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Schweigen ist Gold

Die Sängerin der Band Wir sind Helden ('Denkmal'), die jetzt auch solo Erfolge feiert, braucht die Stille, damit sie gute Ideen ausarbeiten kann. "Wenn ich eine Idee habe, die mir besonders gut gefällt, kann ich mich nicht daran erinnern, sie mir ausgedacht zu haben. Es ist, als hätte mir das Universum einen Witz erzählt - und das passiert nur, wenn man ab und zu die Schnauze hält", sagte sie in der morgen erscheinenden Ausgabe der Philosophie-Zeitschrift 'Hohe Luft'.

Nicht reden und nichts tun - zwei unterschiedliche Paar Schuhe für die Frontfrau. "Mit Freude" nichts zu tun, falle ihr schwer, außerdem sei ihr sehr wohl bewusst, dass die Gesellschaft Menschen über seine Arbeit definiert. "So gibt, wer den Müßiggang pflegt, auch ein Stück seiner gesellschaftlichen Rolle auf. Das merke ich auch an mir selbst: Meine Band Wir sind Helden pausiert seit zwei Jahren. Heute schauen mich die Menschen anders an", philosophierte die Musikerin, die durch die Auszeit aus dem öffentlichen Interesse gerückt ist. Konkret heißt das: "Niemand hat mir mehr zugeguckt, keiner hat etwas erwartet."

Doch die Band-Pause nutzte sie nicht - wie anfangs erwartet -, um ein Buch zu schreiben, vielmehr wurde die Berlinerin wieder auf den Pfad der Musik zurückgeführt. Für Anfang diesen Jahres ist die Veröffentlichung eines Solo-Albums sowie eine Deutschlandtour geplant. Nur Mutter zu sein, ist nichts für die Powerfrau, wie jüngst gegenüber 'Vogue' erklärte: "Ich liebe meine Kinder zwar, aber als intelligente Frau treibt es mich eben auch in den Wahnsinn, zwei Stunden Lego-Autos hin und her zu schieben", so die Vollblut-Musikerin, die mit ihrem Partner und gleichzeitig Bandkollegen aus 'Wir sind Helden'-Zeiten Sebastian Roy einen siebenjährigen Sohn und eine vierjährige Tochter hat.

Dass die Schwangerschaft nicht für alle Frauen die schönste Erfahrung ihres Lebens sei, machte die Sängerin in dem Gespräch auch deutlich: "Wir sollen in der Schwangerschaft strahlend und rosig aussehen. Keiner will hören, dass wir uns in Wirklichkeit alle 20 Minuten übergeben müssen", beklagte sich Holofernes. "Die meisten Frauen mit kleinen Kindern - mich eingeschlossen - erleben ziemlich dunkle Episoden." So seien Frauen "dauernd müde, stoßen an ihre Grenzen, einige kriegen sogar Depressionen."

Doch auch diese schlimmen Erlebnisse brachten Judith Holofernes nicht von ihrem Weg als Musikerin ab.

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