Jon Cryer über Charlie Sheen: Mann mit Drogenproblem

Jon Cryer über Charlie Sheen: Mann mit Drogenproblem
Jon Cryer sieht in Charlie Sheen keinen Aufständler © Vince Bucci/Invision/AP

Wer könnte Charlie Sheen (49) so gut kennen, wie sein langjähriger "Two and a Half Men"-Kollege Jon Cryer (49)? In seinen am 7. April erscheinenden Memoiren "So That Happened" beschreibt der Schauspieler sein Verhältnis zu dem skandalträchtigen TV-Star. "The Hollywood Reporter" zitiert nun vorab einige Anekdoten aus dem Buch.

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Alles andere als ein Rebell

Cryer erinnert sich beispielsweise an eine Szenerie, die stattfand, als gerade die Dreharbeiten zur ersten Staffel der Sitcom liefen. Sheen - damals noch verheiratet mit Denise Richards - habe ihn gebeten etwas zu verstecken, da seine Frau zu Besuch kommen wollte. "Er gab mir eine Einkaufstasche [...] Oh man, dachte ich. Was, wenn das Drogenutensilien sind...", schreibt der 49-Jährige. Später fand er heraus, dass die Tasche voller nicht sonderlich spannender Porno-Magazine war.


Charlie Sheens Verhaftung 2009

Auch erzählt er, wie er die Festnahme von Sheen an Weihnachten 2009 erlebte. Demnach habe er versucht, sich von allen elektronischen Geräten fernzuhalten, dann aber doch eine Nachrichtenseite aufgerufen und feststellen müssen, dass sein Kollege in Aspen verhaftet worden war, da er seine damalige Frau Brook Mueller (37) mit einem Messer bedroht haben soll. "Alarmiert und total von der Rolle habe ich ihm geschrieben: 'Alter, meine Gedanken sind bei dir. Wenn du reden willst, ruf mich an. Wenn du in größeren Schwierigkeiten steckst, ruf mich an, wenn du zurück bist'".


Sheen selbst war trotz der Vorkommnisse offenbar zu Scherzen aufgelegt. Charlie schrieb zurück: 'Danke Bro. Ach Gott, was für ein beschissener Tag... Ich fliege heute Nacht nach Hause. Ich versuch dich am Wochenende anzurufen. Die Vergewaltigung in der Dusche war mies, aber das Essen war in Ordnung. Der Stylist für Haare und Make-up für das Verbrecherfoto kam zu spät'". Cryer habe daraus geschlossen, dass sein Co-Star wieder dem Alkohol verfallen war.


Charlie Sheens Absturz

Beim Drehstart der achten Staffel 2010 habe Sheen verändert gewirkt: "Er begann mit sich selbst zu reden. Hinzukam, dass er dünner aussah, in einem ungesunden Maße". Beim Dreh selbst habe er Textzeilen übersprungen. Im Januar 2011 sei Sheen schließlich zu einem offiziellen Meeting mit den Verantwortlichen von Warner Bros. gebeten worden. "Diese Art von Meeting ließ Charlie die Wände hochgehen. Hinter der Bühne redete er mit sich selbst und wurde immer verrückter."


Nach dem Rauswurf seines Freundes und Kollegen, habe nicht nur Autor Chuck Lorre (62), sondern auch Cryer selbst Drohungen von wütenden Fans bekommen, die Beschimpfungen hätten ihn getroffen.


Kein Aufständischer, nur ein Mann mit Drogenproblemen

Dennoch seien Sheens Ausraster, dass die Unterhaltungsindustrie so "lähmend, monoton und berechenbar" geworden sei, "wie eine frische Brise gewesen" gewesen. "Für einige Autoren, Kommentatoren und Blogger - angeblich intelligente Menschen - war er ein Rebell, einer, der die Wahrheit erzählte [...] Sie verteidigten seine elenden Tiraden. Aber natürlich war Charlie nichts von alledem. Er schlug nur um sich, weil ihm die Leute sagten, dass die Party vorbei ist."


"Dass er einfach nur ein menschliches Wesen mit einer monumentalen Drogenabhängigkeit war, zählte für die Experten weniger, als sein Wert als etwas, über das man schreiben konnte, um die kollektive Langeweile zu vermindern", so Cryer weiter. Die Erkenntnis, dass er genauso gut bald tot sein könnte, sei nicht ihre Sorge gewesen. "Wenn man ehrlich ist, hätte es ihnen nur noch mehr Themen zum Schreiben geliefert", lautet sein Fazit. Sheen sei nie ein "aufständischer Guerillakämpfer" gewesen, "der die bewährte Ordnung bekämpfte".

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