John de Mol: Deshalb floppte das US-"Utopia"

John de Mol: Deshalb floppte das US-"Utopia"
John de Mol ist der kreative Kopf hinter einer ganzen Reihe von Erfolgsformaten © ddp images

Das Konzept, eine Reihe von Menschen zusammenzupferchen, in der Hoffnung, dass sie eine neue Gesellschaft entwickeln, scheint auf wenig Begeisterung zu stoßen. Zunächst floppte die amerikanische Ausgabe von "Utopia" und auch hierzulande bringt die groß angeteaserte Show "Newtopia" Sat.1 Ärger und wenig erfreuliche Quoten.

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Einmal die Woche reicht nicht

Laut Erfinder John de Mol liegt der Grund für das Scheitern in den USA an der Planung. "Ich denke, dass 'Utopia' eine Art von Reality-Soap ist", wird der niederländische Fernsehproduzent von "The Hollywood Reporter" zitiert. Er vergleiche "Utopia" mit "General Hospital", einer US-amerikanischen Seifenoper. "Sie muss täglich laufen. Eine Stunde in der Woche ist nicht genug, um die Show aufzubauen. Das war unser Fehler." Es sei demnach nicht die Schuld des amerikanischen Senders Fox, dieser könne "Utopia" nicht täglich ins Programm nehmen.


Auf den deutschen Ableger lässt sich dieses Argument wohl schwer anwenden. Hierzulande zeigt Sat.1 wochentags jeden Abend eine Folge, erfolgreicher macht das die Show jedoch nicht. In den USA wurde das Format wieder abgesetzt, in seinem Ursprungsland Holland lief es jedoch erfolgreich und ging 2015 sogar ins zweite Jahr.


Reality-TV ist nicht tot

De Mol wehrt sich außerdem gegen den viel diskutierten Abwärtstrend für Reality-Shows. "Es ist lustig, dass sogar in den USA, wo Fernsehen erfunden wurde und das Level an Professionalität viel höher ist als irgendwo anders, die Geschichte ignoriert wird", sagt de Mol weiter.


Vor 15 Jahren habe es geheißen, dass Quizshows aussterben würden, mit "Who Wants to Be a Millionaire" hätten sie dann ihr Revival erlebt. "Jetzt behauptet jeder, Reality sei tot. Ich glaube das nicht, aber lassen sie uns annehmen, es sei wahr." Dann komme irgendwer, "vielleicht nächsten Monat, vielleicht nächstes Jahr, mit einer neuen Reality-Show an und das Genre wird wiederbelebt", schlussfolgert der 60-Jährige, der Erfinder von Erfolgsformaten wie "The Voice" und "Big Brother" ist.

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