Johannes Strate, Elton & Co. machen sich gegen Mobbing stark

Promis machen sich gegen Mobbing stark
Sänger Johannes Strate, hier mit seiner Freundin Anna Angelina Wolfers bei einer Charity-Veranstaltung, litt als Kind selbst unter Mobbing © ddp images

Viele Menschen sind in ihrem Leben schon einmal gemobbt worden - doch neben dem Schulhof und dem Büro wird auch immer öfter das Internet zum Tatort. Johannes Strate (35), Frontmann der Band Revolverheld ("Halt dich an mir fest"), kann sich nur zu gut in Betroffene hineinversetzen: "Als Teenager war ich einst selbst Mobbing-Opfer. Es ist zwar lange her, aber ich erinnere mich immer noch an dieses gruselige Gefühl, morgens nicht aufstehen zu wollen, um die Schule um jeden Preis zu vermeiden. Zum Glück war es bei mir nach einem Jahr vorbei. Einfach so. Der Wind hatte sich gedreht. So ist es manchmal zum Glück."

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Gleichzeitig will Strate damit Mut machen: "Haltet durch und stellt euch entgegen. Seid laut und schweigt es nicht tot. Und ihr 'anderen': Mobbing ist nicht cool oder witzig. Mobbing ist auch nicht groß und stark, wenn man in großer Gruppe auf einzelnen rumhackt. Also lasst es einfach direkt bleiben, anstatt euch lächerlich zu machen und es später zu bereuen. Schlechtes Karma holt einen irgendwann immer ein."

 

Ein verbaler Arschtritt

 

Fernsehmoderator Elton (44) war zwar nicht selbst betroffen, er will dem Mobbing trotzdem ein Ende bereiten - mit einem ganz anderen Ansatz. Er könne es sich nur vorstellen, wie es sein müsse, "jeden einzelnen Tag schikaniert, gedemütigt und verletzt zu werden", so Elton. "Wäre mir derartiges im Leben widerfahren, hätte ich auf zwei Dinge liebend gern verzichten können: die Bezeichnung 'Mobbing-Opfer' und dass mir irgendwelche fremden Promis verbal auf die Schulter klopfen."

"Ich bin weder Psychologe, noch Mobbing-Experte, ich bin nur der adipöse Elton mit 5 Dioptrien. Aber vielleicht lässt mich genau das in diesem Moment so klar sehen", so der Moderator weiter. Nicht "freundliche Aufmerksamkeiten, sondern aufmerksame Freunde" hätten ihn sein Leben lang stark gemacht.

Mut machen wolle Elton nicht den Betroffenen, denn die "beweisen schon unendlichen Mut, da sie es ertragen und sich nicht aufgeben." Mut bräuchten die, die Mobbing gegen andere zuließen. Und denen klopfe er auch nicht mit ein paar Zeilen liebevoll auf die Schulter, denen "trete ich hiermit ganz offiziell verbal in den Arsch!"

"Die Super Nanny" Katharina Saalfrank (44) erklärt: "Mobbing findet im Verborgenen statt und vergeht nie von allein. Deshalb dürfen wir nicht wegschauen und müssen Betroffene sich anderen anvertrauen können. Es braucht dann eine klare Positionierung, eine Offenlegung der Mechanismen und eine konstruktive Auseinandersetzung zwischen Täter und Opfer."

 

Mobbing im Internet häufiger als im Büro?

 

In Zeiten von Instagram, Facebook und Co. glauben 51 Prozent der Eltern laut dem "Norton Cybersecurity Insights Report", für den 17.125 Erwachsene aus 17 Ländern befragt wurden, dass Mobbing im Web verbreiteter als am Arbeitsplatz oder in der Schule ist. Candid Wüest, Sicherheitsexperte von Norton, erklärt, dass sich Mobbing tatsächlich immer öfter im Internet abspiele. Der Grund sei, dass das Internet und Soziale Netzwerke missbraucht würden und auch die eigene Privatsphäre zum Beispiel durch unachtsamen Umgang mit Bildern oder Videos vernachlässigt werde.

Anlässlich des "Safer Internet Day" am 9. Februar, der unter dem Motto "Play you part for a better internet" steht, gibt Wüest Tipps für Eltern und Kinder, wie sie sicherer mit dem Internet umgehen können. So sollten sie gemeinsam die ersten Schritte machen und Eltern ihren Kindern beibringen, persönliche Daten nicht unbedacht herauszugeben.

 

Eltern als gute Vorbilder

 

Fernsehmoderatorin und Psychotherapeutin Angelika Kallwass (67) weiß: "Sobald sich ein Kind mit Medien beschäftigt, ist der Zeitpunkt für eine Medienerziehung gekommen. Eltern sollten ihr Kind bei der Mediennutzung aktiv und neugierig begleiten, aber auch klare Regeln, Grenzen und Zeiten aufstellen." Für die Frage wann ein Kind mit welchem Medium vertraut gemacht werden sollte, gebe es allerdings "kein Patentrezept" - nur Anregungen wie "Im Kindergartenalter noch kein Internet", "In der Grundschule ein einfaches Handy" oder "Ein Smartphone erst für Kinder ab elf oder zwölf Jahren". Ganz wichtig: "Einen gesunden Umgang mit Medien erlernen die Kinder durch gute Vorbilder. Das Nutzungsverhalten der Eltern sollte also so sein, wie sie es sich von ihrem Kind wünschen."

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