Jördis Triebel: Überfordert von ständiger Erreichbarkeit

Jördis Triebel
Jördis Triebel © Cover Media

Jördis Triebel (36) fühlt sich von den sozialen Medien oft überfordert.

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Lieber Tagträume

Die Schauspielerin ('Westen') muss zwar für ihren Beruf oft erreichbar sein, gestand jetzt allerdings, dass sie sich im Umgang mit E-Mails & Co. oft unsicher und überfordert fühlt. "Moderne Kommunikationsmedien, die Erwartung, ständig erreichbar zu sein, zu reagieren und zu funktionieren - all das strengt mich sehr an und überfordert mich immer wieder", schrieb sie in der 'Zeit Magazin'-Kolumne 'Ich habe einen Traum' und erklärte weiterhin: "Ich fühle mich dann wie eine alte Frau, die sich nach der Zeit zurücksehnt, in der es nur ein Festnetztelefon gab."

Stattdessen sehne sie sich momentan vor allem nach Ruhe und träume davon, dass sich alles ein wenig langsamer bewege. Um diese innere Ruhe zu finden, hat sie für sich eine gute Methode entdeckt. "In solchen Phasen suche ich Entspannung in meinen Tagträumen. Wenn ein Tag vollgestopft ist mit Terminen und Pflichten, nehme ich mir zwischendurch einige Minuten Zeit, schließe kurz die Augen und denke an etwas Schönes", so Jördis Triebel. "Dann liege ich auf einer Sommerwiese, rieche die Blumen und höre nichts anderes als die Stimmen der Vögel und das Rauschen der Blätter im Wind. Diese Bilder in meinem Kopf helfen mir abzuschalten."

Die gebürtige Berlinerin, die in der DDR groß wurde, beschreibt sich trotz ihres Wunsches nach Entschleunigung als ruhelos. Den Grund sieht sie in ihrer Kindheit, die sie immer noch sehr prägt. "Heimat finde ich nur in mir selbst. Ich lebe mit der tiefen Gewissheit, dass sich alles im Leben von einem Moment auf den nächsten verändern kann, nichts ist sicher", gab sich die zweifache Mutter nachdenklich. "Diese Haltung hat mit dem Ende der DDR zu tun, in der ich meine Kindheit erlebt hatte. Damals habe ich meine Heimat verloren. Die Wende war für mich als Kind eine schwere Erschütterung, die Ängste geschürt hat. In der Übergangsphase vom Kind zur jungen Erwachsenen hätte ich Menschen an meiner Seite gebraucht, die mir Halt geben. Aber alle um mich herum waren verunsichert und besorgt wegen der ungewissen Zukunft. Es war Angst um mich herum, das hat mich geprägt." 

Jördis Triebel, die beim Fall der Mauer zwölf Jahre alt war, verriet erst kürzlich gegenüber 'Bild' noch genauer, wie sie selbst auf die Wende reagierte: "Die erste Zeit war ein Rausch. Alles war so schnell. Dem Konsum-Rausch bin ich zunächst auch verfallen. 'Scout'-Schulranzen, das passende Mäppchen, Stifte. Und dann kamen natürlich irgendwann die Klamotten: Jeans, Jeans, Jeans... Aber Konsum macht auf Dauer nicht glücklich." So hätte damals niemand so richtig gewusst, an welchen Werten er sich noch orientieren konnte. "Ich war ein zwölfjähriges Kind, das von einem auf den anderen Tag sein Geborgenheitsgefühl verloren hat."

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