Jil Sanders Aufstieg in den Mode-Olymp

Jil Sander Designerin
Jil Sander bedankt sich bei ihrem Publikum auf der Mailand Fashion Week © picture alliance / dpa, Matteo Bazzi

Vom Zwiebellook zur 'Queen of Less‘

Rückwirkend gesehen wirkt ihr Aufstieg in den Olymp der Modewelt so zielbewusst und gradlinig wie ihre Mode.

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Nach ihrem Studium in Krefeld ging Jil Sander als Austausch-Studentin nach Los Angeles. Anschließend baute sie sich ab 1963 eine Karriere als Mode-Journalistin auf. Schon 1967 eröffnete sie dann in Hamburg ihre erste Boutique und nur ein Jahr später entstand die Jil Sander GmbH. 1973 kam dann ihre erste Kollektion auf den Markt. Sie wollte für arbeitende Frauen Mode entwerfen, die genauso bequem ist wie Männermode. Daher wurde beispielsweise der gut sitzende Hosenanzug ihr Markenzeichen.

1974 kam dann Jil Sanders endgültiger Durchbruch mit dem von ihr präsentierten Zwiebellook. Die einzelnen Stücke ihrer Kollektion konnten untereinander kombiniert werden und passten auch noch zu Teilen anderer Labels. Nur vier Jahre später erweiterte sie ihre Produktionspalette mit einer Pflegeserie ('Jil Sander Woman Pure‘), 1989 ging sie mit ihrer Firma schließlich an die Börse.

Jil Sanders Kollektionen waren immer von einigen festen Bestandteilen geprägt: Hosenanzug, weiße Bluse und schlichter Kamelhaarmantel oder Trenchcoat gehörten dazu. Ihre Farbpalette war immer dezent, nie gab es ein schreiende Rot oder leuchtendes Grün, stattdessen viel Weiß, Beige, Grau und Schwarz. Sie erhielt deshalb den Namen 'The Queen of Less‘.

Ab 1999 ging es mit dem Label 'Jil Sander‘ immer wieder auf und ab. Die italienische Modefirma ‚Prada‘ kaufte 75 Prozent aller Sander-Aktien auf. Dann aber zerstritt sich Jil Sander mit dem Chef-Designer von 'Prada‘ und verließ das Unternehmen. 2003 kehrte sie mit einer atemberaubenden Kollektion zurück, blieb aber wieder nur ein Jahr. Fünf Jahre blieb sie der Modewelt fern, dann kehrte sie mit der etwas preisgünstigeren Kollektion '+J‘ zurück.

Ihr Status und ihre Situation innerhalb des Unternehmens änderten sich fast jährlich. Als ihre Lebensgefährtin 2013 erneut an Krebs erkrankte und im Sterben lag, zog sie sich endgültig zurück.

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