Jesse Milliner: Debütalbum eines Professors

Jesse Milliner
Entspannter Jazz von Jesse Milliner. Foto: Jazzline © DPA

Kürzlich war der deutsche Keyboarder Jesse Milliner mit Lee Ritenour und dessen Sohn, Schlagzeuger Wes Ritenour, auf Tour. Unter anderem spielten sie im Berliner Jazzclub A-Trane echten West Coast Jazz. Auch mit Chaka Khan oder Trilok Gurtu tourte und arbeitete der Mittvierziger aus Köln in den vergangenen Jahren zusammen.

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Er spielte mal Fusion, mal Latin, mal Modern oder R&B. Und das hört man auch auf "Thinking Out Loud", das Debütalbum des Jazz-Professors der Hochschule für Musik in Mainz. "Ich liebe es, Lehrer zu sein, meine Erfahrungen weiterzugeben", sagt Milliner in einem YouTube-Interview. "Aber gleichzeitig wollte ich jetzt auch mal was für mich machen. Ausschließlich mein Ding".

Auf der Suche nach Milliner-Musik hat er sich eine Combo aus acht Musikern zusammengestellt. Mit Bassist Claus Fischer (Chaka Khan, Larry Carlton) kam ein wichtiger Vertrauter in die Runde. Fischer habe ihn darin unterstützt, die richtigen Leute zusammenzubekommen. Und Schlagzeuger Will Kennedy (Yellow Jackets) brachte positive Vibrations mit.

"Die Atmosphäre im Studio war magisch. Wir hatten einen Gig am Abend davor. Und Will brachte jede Menge Energie mit. Er spielte und schrie quasi laut auf. Tatsächlich kann man das beim ersten Stück "Tinge" hören," so Milliner. "Es zeigt unsere Empfindung, unsere Wahrnehmung, die wir in diesem Moment mit dieser Studioarbeit hatten." Hanno Busch spielt auf dem Album Gitarre, Rhani Krijas Percussion (Sting, Herbie Hancock). Peter Weniger rundet an den Saxofonen ab. Und dazu gibt es noch die Gast-Sänger Gene Moore Jr. und Aniko Kanthak.

Entspannt, eingängig und fröhlich klingen die sieben Songs auf der Scheibe. Das Herzstück bildet die dreiteilige Suite "Quo Vadis". "Musik hat ein Eigenleben und sagt Dir, wo die Reise hingehen soll". Von ihr will sich der Gewinner des WDR-Jazzpreises 2007 und des Internationalen Gil Evans Fellowships ans Ziel führen lassen. Für Milliner ist "Thinking Out Loud" (Jazzline/Delta Music) eine Art Zwischenbilanz. Das passt.


dpa
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