Jesse Hughes: 'Eagles of Death Metal'-Frontmann steht wegen rassistischer Aussagen in der Kritik

Jesse Hughes: Eagles-of-Death-Metal-Frontman in der Kritik
Eagles-of-Death-Metal-Sänger Jesse Hughes macht sich mit seinen Aussagen unbeliebt © George Koroneos / Shutterstock.com

Frankreich will die Jungs der Band Eagles of Death Metal nicht mehr bei sich auftreten lassen. Zwei große Musikfestivals strichen die Band von ihrer Liste, nachdem sich Leadsänger Jesse Hughes (43) in einem Interview mit dem "Taki" Magazine zu den Terroranschlägen im Pariser Bataclan im November vergangenen Jahres geäußert hatte. Statt um die 89 Opfer zu trauern, die der Konzertbesuch der US-Band das Leben kostete, stellte der Musiker zeilenlang wirre, rassistische Verschwörungstheorien auf, hetzte gegen Araber und behauptete Muslime hätten während der Anschläge sogar in den Straßen gefeiert.

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Wegen rassistischem Interview

Nicht nur die Konzertveranstalter verärgerte das Interview, auch die Fans der Band finden die Aussagen des 43-Jährigen alles andere als korrekt. Vor allem Eagle-of-Death-Metal-Fan Ismael El Iraki machte seinem Ärger auf Facebook Luft und schrieb einen langen Brief an den Mann, den er einst so bewunderte. "Um ehrlich zu sein blutet mein Herz", schreibt Iraki, der am 13. November ebenfalls im Bataclan war und das Attentat überlebte. "Ich liebe deine Musik, deine Konzerte [...] und ich dachte niemals, dass du einer dieser Angstverbreiter werden könntest", heißt es weiter. Die Fans hätten Hughes als Rebellen verehrt, nun habe dieser bewiesen, dass "deine Dummheit wirklich gefährlich ist".

 

Er selbst ist Araber

 

"Du sagst, dass die Security eingeweiht war und jeden Araber, den sie gesehen haben, gewarnt hat. Wie du auf dem Bild [...] sehen kannst, bin ich Araber und sehe auch nach einem aus [...] Aber anscheinend hat die große muslimische Verschwörung mich übersehen. Verdammt, sie haben vergessen, mich zu warnen [...] und sie haben auch vergessen meinen Marokkanischen Kumpel Amin zu warnen, der in dieser Nacht erschossen wurde", kritisiert Iraki. Er sei sich sicher, dass sich die Leute, denen er in dieser Nacht geholfen habe, sich nicht darum gekümmert hätten, dass er Araber sei. "Unser aller Blut ist rot, Bruder", belehrt der Fan Hughes.

"Was mich am meisten schmerzt ist, dass du nicht einmal realisierst, dass ein Großteil von uns, die es lebend aus dieser schrecklichen Tortur herausgeschafft haben, unser Leben einem Muslimen verdanken", erzählt Iraki. Dieser Mann habe die linke Vordertür geöffnet, um Leute herauszulassen und sei später noch einmal in das Gebäude gegangen, um eine weitere Tür zu öffnen. "Er war ein verdammter Held. Ein unbewaffneter, rot-blütiger, lebendiger Held, den du gerade mit deinen rassistischen, hasserfüllten Kommentaren beleidigt hast. Du, der kein Held ist".

"Rock 'n' Roll ist Liebe [...] Ich hoffe du kannst erkennen wie falsch dieser Mist ist, den du verbreitest [...] Finde einfach wieder zum wahren Gedanken des Rock 'n' Roll zurück", bittet Iraki am Schluss.

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