Jerry Bruckheimer: Der König der Blockbuster-Unterhaltung

Jerry Bruckheimer: Der König der Blockbuster-Unterhaltung
Jerry Bruckheimer und seine Frau Linda im März 2015 in Beverly Hills © Chris Pizzello/Invision/AP

Seit über vier Jahrzehnten ist Jerry Bruckheimer in der Filmindustrie tätig. Heute kann der Sohn deutsch-jüdischer Immigranten auf ein Schaffen zurückblicken, das ihn nicht grundlos zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten von Hollywood macht. Am 21. September wird der Produzent und König des Blockbusters nun 70 Jahre alt.

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Producer feiert 70. Geburtstag

Jerome Leon Bruckheimer, so sein richtiger Name, gilt in der Filmindustrie als einer der erfolgreichsten Produzenten überhaupt. Dabei wuchs der 1945 geborene Filmfan in ärmlichen Verhältnissen in einem Arbeiterviertel von Detroit auf. Früh entwickelte Bruckheimer eine Liebe zum Film und zur Fotografie, bevor er nach Tucson ging, um dort an der University of Arizona Psychologie zu studieren. Anfang der 1970er Jahre gab Bruckheimer einen gutbezahlten Posten in der Werbung auf, um zunächst schlechtbezahlte Rollen in der Produktion von Filmen einzunehmen. Als Koproduzent begann er 1972 mit dem Western "Greenhorn" seine Hollywood-Laufbahn.

 

Jobs mit Richards und Schrader

 

Weitere Produzenten-Jobs an der Seite von Regisseur Dick Richards folgten. Trotz der zunächst wenigen, heute praktisch vergessenen Produktionen kam die Karriere des Jerry Bruckheimer in den frühen 1980er Jahren in Fahrt. Erst kamen Paul Schraders "Ein Mann für gewisse Stunden" mit Richard Gere (66) und "Katzenmenschen" mit Nastassja Kinski (54), dann begann der Junge aus Detroit damit sein eigenes filmisches Denkmal zu setzen.

Zusammen mit seinem alten Freund Don Simpson - mit dem er noch einige Jahre zusammenarbeiten sollte - nahm Bruckheimer 1983 die Producer-Rolle bei "Flashdance" mit Jennifer Beals (51) ein. Der Tanzfilm wurde zu einem absoluten Überraschungserfolg und gilt bis heute als Kultklassiker. So inspirierte der Streifen unter anderem auch die Musikvideos zu "I'm Glad" von Jennifer Lopez und dem Weather-Girls-Cover "It's Raining Men" von Geri Halliwell. Gut 95 Millionen Dollar spielte der Film alleine in den USA ein und wurde damit zum drittgrößten Kassenerfolg des Jahres.

 

Die Mutter aller Filme

 

1984 folgte der Auftakt zur "Beverly Hills Cop"-Serie mit Eddie Murphy (54), 1987 kam der zweite Teil. Doch dazwischen lag eine ganz andere Veröffentlichung, die bis heute großen Einfluss auf zahlreiche Facetten der Popkultur nimmt: "Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel". Bruckheimer und Simpson verhalfen damit nicht nur dem heutigen Megastar Tom Cruise (53) zu seinem Durchbruch, das Action-Drama rund um den Kampfpiloten "Maverick" wurde auch zum erfolgreichsten Film des Jahres 1986. Knapp 356,8 Millionen Dollar spielte "Top Gun" weltweit ein - und das bei einem Budget von nur 15 Millionen Dollar. Dieser Haushaltsplan konnte aber nur gehalten werden, weil die US-Navy mit tatkräftiger Unterstützung zur Seite stand.

Der Soundtrack von "Top Gun" schlug ebenfalls wie eine Rakete ein. Mit heutigen Klassikern wie "Danger Zone" von Kenny Loggins verkaufte sich das Album alleine in den USA über neun Millionen Mal und sackte damit neun Mal Platin ein. Und wie viele Filme können von sich behaupten, dass sie ihre eigene Parodie in Spielfilmlänge besitzen? "Hot Shots! - Die Mutter aller Filme" erschien 1991 und war ebenfalls so erfolgreich, dass 1993 "Hot Shots! Der zweite Versuch" folgte.

 

Der Bay unter den Produzenten

 

Michael Bay (50, "Transformers") gilt als der Regisseur in Hollywood, der wie kein anderer für bombastische Action und Explosionen am laufenden Band steht. Ein ums andere Mal bieten seine von vielen Kritikern verhassten und von Kinogängern oft geliebten Streifen ein wahres Spektakel aus Spezialeffekten und visuellem Tumult. "Bayhem" - ein Wortspiel zusammengesetzt aus "Bay" und "Mayhem" ("Chaos") - nennen das manche. Eine ähnliche Ehre wurde Bruckheimer noch nicht zuteil, auch wenn er auf Seiten des Produzenten sich ähnlich - oder vielleicht sogar noch mehr - um die Hollywood-Action verdient gemacht hat wie Bay, dem er unter anderem 1995 für "Bad Boys" und 2003 für "Bad Boys II" zur Seite stand.

"Tage des Donners", "Crimson Tide - In tiefster Gefahr", "Dangerous Minds - Wilde Gedanken", "The Rock - Fels der Entscheidung", "Con Air", "Armageddon - Das jüngste Gericht", "Der Staatsfeind Nr. 1", "Nur noch 60 Sekunden", "Coyote Ugly", "Pearl Harbor", "Black Hawk Down", "Das Vermächtnis der Tempelritter" und "Das Vermächtnis des geheimen Buches", für alle zeichnet Bruckheimer ebenfalls mitverantwortlich. Und dann ist da natürlich noch die "Fluch der Karibik"-Serie, die unter anderem auch in der Top 10 der erfolgreichsten Filmreihen überhaupt zu finden ist.

 

Ab auf den Bildschirm

 

Bruckheimers Schaffen begrenzt sich allerdings nicht nur aufs Kino. Auch in Sachen TV-Unterhaltung spielt der Produzent ganz oben mit. "Without a Trace - Spurlos verschwunden", "Cold Case - Kein Opfer ist je vergessen" und auch die "CSI"-Ableger gehen mit auf die Kappe des Mannes, der ein Gespür für gute Unterhaltung zu haben scheint. Zudem kümmert er sich seit Jahren um die erfolgreiche US-Spielshow "The Amazing Race", die Ende September in ihre mittlerweile siebenundzwanzigste Staffel geht.

Doch auch ein Jerry Bruckheimer kann nicht immer erfolgreich sein. Einzelne Filme gingen immer wieder unter und sein Ausflug in den Bereich der Videospiele lohnte sich nur teilweise. 2009 wurde "Jerry Bruckheimer Games" gegründet, das 2013 wieder geschlossen wurde, ohne auch nur ein einziges Spiel entwickelt zu haben. Im Mai 2011 gab es Gerüchte, dass das Studio an drei nicht näher genannten Games gearbeitet habe, die allerdings niemals veröffentlicht wurden. Dafür sitzt Bruckheimer seit 2007 im Vorstand von Zenimax Media, zu deren Tochtergesellschaften unter anderem Bethesda ("Fallout"- und "The Elder Scrolls"-Reihen) und id Software ("Doom"-Serie) gehören.

Auch in Zukunft wird man noch einiges von Jerry Bruckheimer sehen. Im Juni wurde "Top Gun 2" für 2016 bestätigt, "Bad Boys III" soll 2017 erscheinen und im selben Jahr soll auch "Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales" auf die Leinwand kommen. Zudem wurden bereits "Beverly Hills Cop 4", "National Treasure 3" und "Pirates of the Caribbean 6" angekündigt. Sowohl Bruckheimer als auch dem Publikum sollte also nicht allzu schnell langweilig werden.

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