Jenny Elvers über ihre Selbstmord-Gedanken: "Es hat nicht viel gefehlt"

Jenny Elvers spricht über ihre Selbstmordgedanken
Jenny Elvers: "Ich wusste, dass ich ein Problem habe" © picture alliance / Geisler-Fotop, Sebastian Gabsch/Geisler-Fotopre

Jenny Elvers spricht über ihre Selbstmordgedanken

Die Nachricht vom Freitod des Wettermoderators Ben Wettervogel hat viele Zuschauer überrascht. Offenbar führte er neben seinem Job im Rampenlicht ein zweites Leben, das von Alkoholabhängigkeit geprägt war. Auch Jenny Elvers kennt beide Seiten. Im Interview mit RTL spricht sie darüber, dass auch sie kurz davor war, ihrem Leben ein Ende zu setzen. "Es hat nicht viel gefehlt", verrät die 42-Jährige.

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Vor allem "der Druck zu funktionieren" habe sie extrem belastet. Darum gehe ihr der Tod von Wettermoderator Ben Wettervogel besonders nahe: "Mich hat das unheimlich traurig gemacht. Zu erfahren, dass da wieder ein Mensch ist, der nicht mit seinem Leben klargekommen ist und ihm keiner geholfen hat." Denn auch Jenny wollte nach außen immer ein perfektes Bild abgeben und von den Zuschauern gemocht werden. Das bedeutet immer professionell sein, perfekt sein, auf Knopfdruck lächeln – auch wenn einem gar nicht danach ist. Jenny Elvers fiel das mit der Zeit immer schwerer.

"Ich würde sagen, dass jeder Mensch, der eine Krankheit und ein Suchtproblem hat, ganz viel Zeit damit verbringt, es zu verbergen, zu lügen", verrät sie. "Wenn man dann irgendwann merkt, das funktioniert nicht mehr und ich verliere jetzt auch noch meinen Job, dann wird das natürlich ganz, ganz bitter."

Jenny Elvers ist es ähnlich ergangen wie Ben Wettervogel. Ihr Alkoholproblem wurde öffentlich, weil sie bei einem Fernsehauftritt im Jahr 2012 offensichtlich betrunken war. "Natürlich habe ich mein Kopf eingeschaltet", sagt die 42-Jährige. "Ich wusste, dass ich ein Problem habe. Ich wusste aber auch, dass das aufhört, wenn ich ein Glas Sekt trinke."

Doch Jenny Elvers hat in ihrem Absturz eine Chance gesehen und beschlossen, ihr Leben umzukrempeln. Statt die Sache herunterzuspielen, machte sie eine Entziehungskur. Jetzt geht es für sie auch beruflich wieder bergauf, laut Jenny gibt es Kino- und Fernsehprojekte.

Das ruhige Leben in Spanien mit ihrer Familie gibt ihr den nötigen Halt. Vor allem ihr Sohn Paul gibt ihr die Kraft weiterzumachen. "Ich möchte kein Vorbild sein, aber ich möchte vielleicht dazu anregen, Fehler einzugestehen und Hilfe zu suchen."

Wer Hilfe sucht, weil er Suizidgedanken hat, findet hier Hilfe: Telefonseelsorge (rund um die Uhr erreichbar:) Tel: 0800-1110111 oder 0800-1110222 –, hier können sich Betroffene rund um die Uhr kostenfrei und anonym beraten lassen können.

Weitere Informationen und noch mehr Anlaufstellen finden Betroffene unter folgendem Link: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/erste-hilfe.php

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