Jennifer Lopez: Babys aus der Retorte?

'Plan B für die Liebe': Jennifer Lopez kehrt aus der Babybause zurück

Jennifer Lopez: Babys aus der Retorte?

Hat Jennifer Lopez ihre Kinder nun künstlicher Befruchtung zu verdanken oder nicht? Dass darüber öffentlich diskutiert wird, ist sie selbst schuld. Denn in ihrem neuen Film „Plan B für die Liebe“ bekommt sie dank In-vitro-Fertilisation gleich zwei Babys, und wer würde da nicht an Jennifer Lopez Zwillinge Max und Emme denken? Schließlich sind Mehrlingsgeburten bei Hollywoodstars Ende 30 so häufig, weil viele der Natur ein wenig nachhelfen. Und hatte J.Lo nicht schon lange vor der Schwangerschaft von ihrem unerfüllten Kinderwunsch und Spinat-Kuren erzählt? Wäre ja auch alles nicht weiter schlimm, wenn La Lopez nicht unlängst in einem Interview getönt hätte: „Ich glaube an Gott und will mich nicht in Dinge, die er entscheidet, einmischen.“

Ungeschickter Schachzug, die Gefühle von Menschen zu verletzen, die ohne medizinische Hilfe vielleicht nicht schwanger werden könnten. Und genau die könnten ja die Zielgruppe dieser romantischen Komödie sein, in der man sich reichlich lustig macht über eine alleinstehende Enddreißigerin, deren biologische Uhr schon im Vorspann extrem laut tickt.

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La Lopez und O'Loughlin: Der Romantik-Faktor stimmt!

In Ultra-High-Heels und Super-Mini stiefelt die für eine Tierhandlungs-Besitzerin etwas zu gut gekleidete Dauer-Single-Frau Zoe zur Insemination und stakst mit zusammengepressten Knien wieder heraus, damit auch ja nichts von dem ihr frisch eingeflößten Sperma verloren geht. War ja schließlich schwer genug, einen Spender zu finden. Kaum hat sie die Beine nicht mehr über dem Kopf, läuft sie einem schnuckeligen Typen (Alex O’Loughlin) über den Weg. Mit dem für einen Käsebauern ebenfalls erstaunlich modisch gekleideten Stan zankt sie sich wie Katz und Hund um ein Taxi, und der Zuschauer weiß: Das ist der Mann fürs Leben.

Zu blöd, dass sie jetzt von einem Unbekannten schwanger ist. Denn anders als bei vielen verzweifelten In-vitro-Patientinnen klappt es bei Zoe prompt gleich beim ersten Mal. Aber ein bisschen Strafe muss sein, und so dichtet das Drehbuch ihr Zwillinge an. Das ist dann selbst für den geduldigsten aller gut aussehenden Ziegenhirten zu viel, und die beiden kriegen sich wieder in die Wolle...

Klingt ganz lustig, aber die Gags über Schwangeren-Klischees sind, wohlwollend gesagt, Geschmackssache. Sicher, Geburtsvorbereitungskurse können absurd und komisch sein – sowohl für Außenstehende als auch für Teilnehmer. Aber die Single-Mom-Selbsthilfe-Gruppe, die Zoe von ihrem Gynäkologen empfohlen bekommt, ist eine derartige Freakshow, dass man sie schon fast frauenfeindlich finden könnte.

Da wird kollektiv mit Kreistanz und Trommel entbunden, und die Kursleiterin stimmt bei jeder Gelegenheit schamanische Gesänge an, die weniger zum Lachen denn zur Flucht animieren. Und während die allein stehenden Muttis ihre Kinder mit drei noch stillen und äußerlich nicht gerade zum Anbeißen aussehen, wirkt Zoe immer wie aus dem Ei gepellt, selbst wenn sie den Gulasch ihres Ziegenbauern mit der bloßen Hand aus dem Topf schöpft und sich die Soße im Gesicht verteilt. Darüber kann eben nicht jeder lachen. Auch Ungereimtheiten stören den Gesamteindruck. So hat Zoes beste Freundin, die vierfache Mutter mit der deformierten Vagina, die am Anfang ihrer ungezogenen Kinder kaum Herr wird, plötzlich Zeit, in jeder zweiten Szene herumzulaufen. Aber nun gut, vielleicht hat man uns den Super-Babysitter einfach nur vorenthalten.

Zum Glück stimmt die Chemie zwischen Lopez und dem hierzulande noch völlig unbekannten Australier O’Loughlin, sodass zumindest der Romantik-Faktor stimmt. Die Streitereien der beiden sind glaubhaft dargestellt und dürften manchem Paar bekannt vorkommen. Und man wünscht sich wirklich, die beiden möchten doch noch gemeinsam Zwillingseltern werden. Schade, dass dieses Potenzial nur im Ansatz genutzt wird und dass Jennifer Lopez doch weniger Selbst-Humor hat, als man nach dieser Komödie hätte denken können.

Von Mireilla Zirpins

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