Jennifer Aniston sucht Samenspender: 'Umständlich verliebt'

Jennifer Aniston sucht Samenspender: 'Umständlich verliebt'

Schauspielerin Jennifer Aniston gerät öfter durch ihr eher unglückliches Händchen für Männer ins Gespräch als durch ihre Filmrollen. Vielleicht hat sie aus diesem Grund beschlossen, hauptsächlich als nettes Blondchen in seichten Liebeskomödien über die Leinwand zu flimmern und wenigstens dort ihr Glück zu finden. ‚Umständlich verliebt’ bildet da keine Ausnahme. Warum das Regisseurduo Josh Gordon und Will Speck (‚Die Eisprinzen’) Jennifer als Hauptdarstellerin gewählt haben, liegt auf der Hand: Sie muss quasi nur sich selbst spielen.

Kassie (Jennifer Aniston, spielete in ‚Love Happens’) hat nach unzähligen gescheiterten Beziehungen die Nase voll von den Männern. Doch das ist für die knapp 40-jährige New-Yorkerin kein Grund, um auf ein Kind zu verzichten – ein Samenspender muss her. Während Kassies platonischer Freund Wally (Jason Bateman, bekannt aus ‚All Inclusive’) sich schon als potenziellen Spender sieht, fasst sie den charmanten Roland (Patrick Wilson, spielte zuletzt in ‚The A-Team’) ins Auge.

Und tatsächlich: Kassie wird schwanger und zieht zu ihrer Familie nach Minnesota. Sieben Jahre später kehrt sie mit ihrem Sohn Sebastian (Thomas Robinson) zurück nach New York und lässt die Freundschaft zu Wally wieder aufleben. Während dieser sich wieder Hoffnungen auf seine Traumfrau macht, bandelt Kassie ausgerechnet mit Samenspender Roland an. Als Wally jedoch nach und nach seine verblüffende Ähnlichkeit mit dem kleinen Sebastian bemerkt, dämmert es ihm: Hat er vielleicht damals im betrunkenen Kopf etwa Rolands Samenspende mit seiner eigenen vertauscht?

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Jennifer Aniston sucht Samenspender: 'Umständlich verliebt'

Gerade bei romantischen Komödien kommt einem die Story manchmal bekannt vor. Zwar ist ‚Umständlich verliebt’ ziemlich vorhersehbar, doch die spritzigen Dialoge machen das locker wett. Und auch wenn Allan Loeb (‚Wall Street – Geld schläft nicht’) für sein Drehbuch sicher nicht mit dem Oscar nominiert wird, ist ihm eine Story gelungen, bei der man nicht jeden Witz bereits tausendmal gesehen hat.

Auch die Besetzung passt. Da Jennifer Aniston diese Art von Rolle offenbar schon verinnerlicht hat, nimmt man sie ihr auch zweifelsohne ab. Allerdings wirkt sie neben Jason Bateman etwas farblos. Der spielt seine mit Neurosen behaftete Figur absolut authentisch und schafft es, den übertrieben pessimistischen Wally zu einer liebenswerten Figur zu machen. Immerhin stimmt die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, was sehr zum Gelingen der Story beiträgt. Den Spaßfaktor treibt Jeff Goldblum (‚Jurassic Park’) als Wallys Chef und bester Kumpel gehörig in die Höhe, denn er sorgt mit seinen klugen Sprüchen für Lacher.

Das ,Ass im Ärmel' ist hier aber eigentlich Neuentdeckung Thomas Robinson (hatte 2008 einen Gastauftritt in der TV-Serie ‚Heroes’): Mit seinen Kulleraugen und der überraschend sympathisch inszenierten neurotischen Art erweicht er die Herzen der Zuschauer. Seiner Schauspielleistung ist es zu verdanken, dass die Vater-Sohn-Geschichte neben der Lovestory durchaus bestehen kann, sie vielleicht sogar in den Schatten stellt. Hier lassen sich Parallelen zu Paul Weitz’ ‚About A Boy’ erkennen, auch wenn ‚Umständlich verliebt’ der Komödie von 2002 nicht das Wasser reichen kann.

Zwar ist den Machern mit ‚Umständlich verliebt’ bestimmt kein Überraschungshit gelungen, die Komödie taugt aber für einen netten Kinoabend mit der besten Freundin – auch wenn man kein überzeugter Jennifer-Aniston-Fan ist. Fazit: Netter Spaß, der zwar nicht mit tiefgründiger Story, dafür aber mit frechen Dialogen, findigem Wortwitz und ein bisschen Herzschmerz punktet – und zwar ohne dabei zu tief in die Kitschkiste zu greifen.

Von Maike Nagelschmitz

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