Jeff Koons: Die Karriere des teuersten lebenden Künstlers der Welt

Jeff Koons Balloon Dog Balloon Venus
Jeff Koons eröffnet eine Ausstellung mit seiner Skulptur 'Balloon Venus (Orange)'. © picture alliance / dpa, Herbert Neubauer

Stetiger Aufstieg eines visionären Künstlers

Von 1972 bis 1976 war Jeff Koons Student am ‘Maryland Institute College of Arts‘ in Baltimore sowie an der ‘School of Art Institute‘ in Chicago.

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Er schloss seine Studien als ‘Bachelor der Schönen Künste‘ ab und siedelte anschließend nach New York City über, um eine Stelle im berühmten ‘MoMA‘ (‘Museum of Modern Art‘) anzunehmen. Während dieser Zeit war Koons auch an der Wall Street als Warenbörsen-Broker im Baumwollhandel tätig. Im Jahr 1980 stellte Jeff Koons seine Werke zum ersten Mal im ‘New Museum of Contemporary Art‘ in New York aus.

Koons erregte in seiner frühen Phase vor allem mit seinen ‘Monumenten der Sterilität‘ Aufsehen. Dazu zählen ausgeleuchtete Plexiglasvitrinen, in denen fabrikneue Poliermaschinen und Staubsauger stehen. In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre sorgte er mit spektakuläreren Wassertanks, die über schwebende Basketbällen im Inneren verfügen, für Furore.

Bereits zu dieser Zeit arbeitete Jeff Koons zur Realisierung seiner Projekte eng mit Kunsthandwerkern und Wissenschaftlern zusammen. Unter anderem unterstützte ihn der Physik-Nobelpreisträger Richard Feynmann bei der technischen Umsetzung seiner visionären Ideen. In der Folge kreierte Koons spiegelnde und mit Alkohol befüllte Edelstahlkaraffen in unterschiedlichen Formen. Finanziell wurde er bei diesem Projekt durch einen bekannten Rumproduzenten unterstützt.

Weltberühmt und zum Kunstsymbol des späten 20. Jahrhunderts wurde sein ‘Bunny‘. Dabei handelt es sich um eine Skulptur in Form eines Häschens, das aus spiegelndem Metall besteht. Im Jahr 1988 beauftragte Koons italienische Fachkräfte mit der Fertigung der Porzellanskulptur ‘Michael Jackson and Bubbles‘ und einen Bildschnitzer mit der Fertigung der 167 Zentimeter hohen Holzfigur ‘Buster Keaton‘.

In die internationalen Schlagzeilen geriet Jeff Koons 1990. Damals engagiert er die bekannte Pornodarstellerin Cicciolina für seine Serie ‘Made in Heaven‘ und sie im Jahr darauf auch heiratete. Die Ehe war zwar nicht von langer Dauer, jedoch entstanden aus dieser Verbindung nicht nur ein Sohn, sondern auch Porzellanbüsten sowie Fotoarbeiten, die das Paar unter anderem bei Sexszenen zeigte. Zu dieser Zeit galt Koons bereits als einer der teuersten Künstler seiner Zeit.

Seine Edelstahlskulpturen wurden mit mehreren Millionen Dollar gehandelt. Um die Jahrtausendwende wurde es ruhiger um Jeff Koons. Bemerkenswert aus dieser Zeit ist eine Ausstellung im ‘Deutschen Guggenheim‘ in Berlin. Hier zeigte Koons seine neue Serie ‘Easyfun-Ethereal‘. Im Jahr 2008 versuchte sich Jeff Koons als Schauspieler und war neben Sean Penn in der US-amerikanischen Filmbiografie ‘Milk‘ als kalifornischer Politiker zu sehen. 2007 und 2008 war in der Wiener Staatsoper das 176 m² große Bild ‘Geisha‘ von Jeff Koons zu sehen, das er im Rahmen der Ausstellungsreihe ‘Eiserner Vorhang‘ für den Wiener Kunstverein ‘museum in progress‘ konzipiert hatte. Für die Automobilfirma BMW entwarf er im Jahr 2010 das ‘BMW Art Car‘. Dieser ‘BMW M3 GT2‘ nahm am berühmten ‘24-Stunden-Rennen‘ im französischen Le Mans teil, allerdings ohne nennenswerten sportlichen Erfolg.

Weitere große Auftragsarbeiten waren das Jahrgangs-Etikett 2010 für das Nobel-Weingut ‘Château Mouton-Rothschild‘ sowie die Gestaltung des Covers für Lady Gaga‘s Album ‘Artpop‘ im Jahr 2013.

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