Jazz ohne Grenzen: Fresu & Sosa zum Zweiten

Omar Sosa
Omar Sosa hat mit Paolo Fresu und einigen Gästen ein ambitioniertes Worldmusic-Jazz-Album eingespielt. Foto: Adam Warzawa © DPA

Italien, Kuba, Marokko, Belgien, Frankreich und Brasilien - was sich liest wie die Teilnehmerliste eines Sport-Events, ist die Nationenmixtur beim neuen Worldmusic-Jazz-Album von Paolo Fresu und Omar Sosa.

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Der sardische Meistertrompeter und Klangzauberer Fresu, gerade erst im Trio "Mare Nostrum II" höchst erfolgreich, knüpft mit "Eros" (Tuk Music/Edel) nahtlos beim Vorgänger "Alma" an. Auf diesem 2011 erschienenen Werk hatten Fresu und sein kubanischer Pianistenfreund Sosa bereits herrlich harmoniert und einen grenzüberschreitenden, wohlklingenden Mainstream-Jazz entwickelt.

Nun holen sich die beiden noch einige andere Meister ihres Fachs hinzu: die belgisch-marokkanische Sängerin Natacha Atlas, den brasilianischen Cellisten und Arrangeur Jaques Morelenbaum, das Streicherensemble Quartetto Alborada. Zwischen Miles Davis' und Gil Evans' orchestralen Sounds der frühen 60er Jahre ("Sketches Of Spain"), feinstem Piano-Jazz, Latin-Grooves, etwas Elektronik und dramatischem Ethno-Pop oszilliert diese ambitionierte, in einem französischen Studio zusammengebastelte Platte.

Zwar waren nie alle mitwirkenden Musiker zugleich in einem Raum (das Internet macht's möglich), doch klingt "Eros" keine Sekunde nach schwer zugänglichem Patchwork. Und das, obwohl auch zwei Coverversionen zu integrieren waren: "Teardrop", vor fast 20 Jahren berühmt geworden durch die Triphop-Pioniere Massive Attack, sowie "What Lies Ahead" von Peter Gabriel. Der Brite hatte die wunderschöne Ballade eigentlich für sein nächstes Album eingeplant, stellte sie dann aber doch Fresu/Sosa zur Verfügung. Und dürfte das nicht bereut haben.


dpa
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