Jay Khan im Interview: Großstadt Freunde - der Name ist Programm

Jay Khan hat eine neue Band: Großstadt Freunde.
Mit seiner neuen Band Großstadt Freunde konzentriert sich Jay Khan auf die Musik und die Texte. © RTL interactive

Peter Maffay ist das Vorbild von Jay Khan

Die Idee zu Großstadt Freunde entstand in einem Proberaum in Berlin-Moabit. Jay Khan, der schon große Erfolge mit Overground und der Boyband US5 gefeiert hatte, ging auf Jan Trojanowski, der früher Schlagzeuger bei Ich & Ich war, zu und wollte ein neues Projekt starten. Steffen Scholz, Maximilian Bahr und Richard Müller kamen hinzu - und die Formation stand fest.

- Anzeige -

Von Claudia Mayer

Der Name ist der Band Großstadt Freunde ist Programm: Alle fünf wohnen in Berlin und sind befreundet, ihr Debütalbum heißt 'Wir sind hier'. Im Interview mit RTL.de spricht Jay Khan über seine Vorbilder, verrät zu welchem Dschungel-Kollegen er noch Kontakt hat und äußert sich zu den Gerüchten um ein Liebes-Comeback mit seiner Ex.

Die Songs haben eine große Spannbreite, sind teilweise schlagerlastig. Wie kam es zu diesem Genre-Wechsel?

Ich denke nicht in Schubladen. Ich bin generell ein großer Liebhaber der Popmusik, ob im deutschsprachigen Segment oder im englischen und ich etikettiere da sehr ungern. Dass die Musik durchaus schlageraffin ist, erkenne ich auch selber an, aber ich habe im Gegensatz zu vielleicht einigen anderen Künstlern damit überhaupt kein Problem. Wir leben in einem Zeitalter, in dem der deutsche Schlager nie heißer und angesagter war. Demnach sehe ich das eher als positives Attribut.

Warum hast du dich jetzt entschieden, wieder deutsche Texte zu singen?

Ich lebe seit Jahren in Deutschland, habe Deutschland viel zu verdanken und habe auch vor, hier weiterhin zu bleiben. Ich bin jetzt 32 Jahre geworden und da will man sich musikalisch auch anders ausdrücken und auch andere Leute erreichen. Und das tust du am besten mit Texten, die die Leute auch verstehen - daher war die Schlussfolgerung für mich ganz logisch.

Der Song 'Wolken' erinnert mich an 'With or without you' von U2. Ist das eine Hommage an die Band?

Absolut. Wir haben melodisch nichts abgekupfert. Aber die Soundästhetik, die Komponenten, die da benutzt werden, die allgemeine Atmosphäre ist natürlich ganz klar U2 'With or without you'. Das ist eine meiner Lieblingsbands und das ist quasi unsere Hommage an die Band, so eine Art deutsches Pendant dazu.

Wenn du dir einen aussuchen könntest: Mit welchem Musiker würdest du gerne einen Song gemeinsam aufnehmen?

Das ist eine interessante Frage. Ich glaube, Peter Maffay. Das fände ich sehr cool. Das ist ein Künstler, zu dem ich extremst aufschaue. Nicht nur seine Musik, auch sein Werdegang, seine Geschichte. Er hatte damals auch tierisch viele Probleme Fuß zu fassen, er fing als absoluter 'Schlagerbarde' an und hat sich durch seine Authentizität, seine Ehrlichkeit und sein musikalisches Können zu der Größe entwickelt, die er heute ist. Er ist für mich ein großes Vorbild. Er ist ein sehr authentischer, echter Künstler und davon gibt's nicht mehr all zu viele heutzutage.

Nach dem Justin-Timberlake-Konzert in Berlin gab's Bilder, die dich mit deiner Ex-Freundin Linda zeigen. Da interessiert uns natürlich: Bist du wieder vergeben oder noch zu haben?

Eigentlich spreche ich prinzipiell nach meinen vergangenen Erfahrungen gar nicht mehr über dieses ganze Debakel. Ich sage nur so viel: Ich bin sehr glücklich, es geht mir gut und ich war sicherlich nicht umsonst mit ihr bei dem Konzert.

Jay Khan: Dschungelcamp war "grenzwertig und lehrreich"

Die Backstreet Boys erleben gerade ein Revival und gehen auf große Tour. Könntest du dir das auch mit US5 vorstellen?

Wir kriegen immer wieder sporadisch Anfragen. Ich will es nicht komplett ablehnen, weil ich immer noch mit großer Leidenschaft und Passion auf die Zeit zurückblicke. Wir haben damals den richtigen Zeitpunkt gewählt, zu gehen. Viele bekommen die Kurve nicht hin und sind schon auf dem absteigenden Ast. Wir waren immer noch on top. Die ultimative Grundvoraussetzung wäre für mich, dass alle fünf Ursprungsmitglieder am Start sein müssten. Aber jetzt bin ich hier mit den Großstadt Freunden und das geht alles in eine sehr gute Richtung. Ich fühle mich auch gerade sehr wohl. Also erst mal nicht. Aber schauen wir mal, man weiß ja nie …

2011 bist du ins Dschungelcamp gezogen. Würdest du heute noch mal in den Dschungel gehen?

Nö, weil ich es ja schon gemacht habe (lacht). Das war eine sehr interessante, grenzwertige und auch lehrreiche Erfahrung. Was du einem nach so einer Teilnahme nicht nehmen kannst, ist dieser unangefochtene Bekanntheitsgrad. Ich habe versucht, trotz der ganzen Kontroverse das Beste daraus zu machen. Und ich glaube jetzt, mehr als drei Jahre später, habe ich das gut ganz gut hinbekommen.

Hast du denn noch Kontakt zu deinen alten Camp-Kollegen aus dem Dschungel?

Ja. Hin und wieder simse ich mit Indira oder Thomas Rupprath. Das sind die Leute, mit denen ich immer noch in Kontakt bin. Und wenn man dem ein oder anderen bei einem Event über den Weg läuft, ist das immer noch sehr herzlich.

Hast du jetzt die aktuelle Dschungel-Staffel verfolgt?

Da kommt ja keiner dran vorbei. Die Couch ist bei mir aber nicht vorreserviert, aber wenn ich zu Hause bin und es läuft, guck ich auf jeden Fall rein.

Hattest du denn einen Favoriten?

Ich fand Larissa immer sehr authentisch und echt, sicherlich auch mal grenzwertig, was den Nervfaktor betrifft. Aber im Gegensatz zu anderen 'Nervnattern' vergangener Staffeln - ohne Namen zu nennen - hat man bei ihr gespürt, dass sie ein gutes Herz hat und dann, wenn es drauf ankommt, für die Gruppe als Teamplayer agiert und durchzieht. Ich glaube, damit hat sie auch extrem gepunktet bei den Leuten da draußen.

In ein paar Wochen beginnt die Fußball-WM. Wem wirst du die Daumen drücken - England oder Deutschland?

Das ist jetzt keine billige Ausrede, aber ich drücke tatsächlich beiden Teams die Daumen. Wenn es zum Spiel England gegen Deutschland kommen sollte, bin ich natürlich für England (lacht). Dazu ist der Patriotismus immer noch zu stark. Ich glaube immer noch an einen WM-Sieg der Engländer, auch wenn mich alle dafür auslachen werden.

Vielen Dank für das Interview!

— ANZEIGE —