Jan Rouven: Der Magier sitzt wegen Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie im Gefängnis

Anwalt von Jan Rouven: Seine Mithäftlinge trachten ihm nach dem Leben
Magier Jan Rouven spricht von einem "großen Missverständnis" © ddp images

Der deutsche Magier Jan Rouven (37) sitzt seit zwei Wochen in Las Vegas in Haft. Der 37-jährige Zauberer aus Nordrhein-Westfalen wird verdächtigt, im Besitz von Kinderpornografie zu sein. FBI-Ermittler hatten laut dem Portal der "New York Daily News" bei einer Hausdurchsuchung seiner Villa in Las Vegas zwei Computer konfisziert, auf denen mehr als 3.400 Pornovideos und -fotos von Minderjährigen gefunden wurden. Die Anklage soll am 6. April erhoben werden und sollte sich der Vorwurf des Empfangs, Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie bestätigen, droht Rouven eine jahrzehntelange Haftstrafe.

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Kinderpornografie-Verdacht

 

Ermittlungen seit August 2015, Hausdurchsuchung im Januar

 

Die Nachrichtenagentur spot on news hat mit Jess Marchese, dem Anwalt von Rouven über seinen Mandanten und eine mögliche Verteidigungsstrategie für die bevorstehende Verhandlung gesprochen. Marchese erklärt, dass sein Team "gegen die Verwahrung von Jan bei einem Höheren Gericht in Las Vegas Berufung eingelegt hat". Anscheinend wurde schon seit letztem August verdeckt gegen den Magier ermittelt, der seit 2011 mit seiner Show "The New Illusions" in Las Vegas auftritt. Der Magier, dessen Tricks von seinem Vorbild Harry Houdini inspiriert sind, war nach Siegfried & Roy der einzige Deutsche, der in Las Vegas eine eigene Show hatte. Kurz nach Rouvens Verhaftung am 14. März wurde diese aber gestrichen.

 

"Mitgefangene sind auf mutmaßliche Kinderschänder nicht gut zu sprechen"

 

Im Gefängnis gehe es seinem Mandanten "den Umständen entsprechend gut", berichtet Rouvens Anwalt: "Er macht Zaubertricks für seine Mitgefangenen in der Cafeteria." Im Moment sei der Zauberer aber als Einzelhäftling in "administrative segregation" untergebracht, "das ist eine Sicherheitsvorkehrung für Jan, weil andere Häftlinge nicht so gut zu sprechen sind auf mutmaßliche Kinderschänder", so Marchese. Das bei der Hausdurchsuchung des gebürtigen Jan Rouven Füchtener gefundene kinderpornografische Material zeige zum Teil "sehr kleine Kinder", berichtet unter anderem die "Las Vegas Sun".

 

Haben ihm Gäste das belastende Material untergejubelt?

 

Rouven sei zwar zweisprachig, aber viele Slang-Sprüche, die ihm andere Häftlinge entgegenwerfen, "versteht er einfach nicht. Er lacht freundlich und begreift nicht, dass Mithäftlinge ihm nach dem Leben trachten", so sein Anwalt Marchese weiter. Auch wenn sich Rouven im Moment guter Dinge zeige, so vermisse er doch sein Leben in Freiheit: "Er weiß jetzt, was er zuvor hatte, und wie sehr er es vermisst". Rouven werde nicht müde zu beteuern, dass es sich um ein "großes Missverständnis" handele. Er habe das Passwort seines Computers an viele Hausgäste gegeben, nichts ahnend, dass sie seine Großzügigkeit missbrauchen würden.

 

"Er hat bis heute nicht begriffen, was 'Kinderschänder' heißt"

 

Da Rouven alle Vorwürfe strikt von sich weist, ist ein Teil der Verteidigungsstrategie der Gegenbeweis: Sein Anwalt hat einen neuen Privatdetektiv und einen "forensischen Computerexperten" angeheuert, die beweisen sollen, dass der Zauberkünstler von anderen Hausbesuchern hintergangen wurde und unschuldig ist. Marchese sagte außerdem, dass Rouven bis heute nicht begriffen habe, was der Ausdruck "child molester"("Kinderschänder") wirklich meine. Rouvens 20 Jahre älterer Ehemann Frank Alfter kann den Magier derzeit zweimal in der Woche für jeweils 20 Minuten besuchen. Die beiden sind seit Juni 2015 ein Paar.

spot on news

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