Jan Böhmermann beantwortet die Fragen seiner Fans live bei Facebook

Jan Böhmermann: Ungeschminkte Frage-Antwort-Runde auf Facebook
Stellte sich bei Facebook den Fragen seiner Fans: Jan Böhmermann © ZDF/Ben Knabe

Nach der Affäre um Jan Böhmermanns (35, "Alles, alles über Deutschland") "Schmähgedicht" hat sich der Satiriker am Mittwoch live bei Facebook zu Wort gemeldet - unter dem Motto: "Die abgehobenen Gymnasiasten bei Twitter kann ich nicht ausstehen! Hier gibt es darum jetzt ein exklusives Live-Video-Q-and-A bei Facebook!" Natürlich ging es in den gut 20 Minuten wenig ernsthaft zur Sache, auch wenn Böhmermann einige Fragen rund um die Geschehnisse beantwortete.

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"Natürlich darf Satire alles"

"Die Leute sind langsam runtergekommen vom Baum und endlich haben wir ein bisschen Zeit hier mal unter uns zu sprechen", eröffnete der Satiriker die Runde und hatte gleich eine Überraschung parat. Weil es für ihn "ein bisschen schwierig ist, Witze zu machen zur Zeit", soll der Stand up in der ersten "Neo Magazin Royale"-Ausgabe nach der Pause (am 12. Mai) aus Witzen der Zuschauer bestehen.

"Ich weiß nicht, was ich noch sagen darf. Kommt da die Polizei? Wird ermittelt? [...] Wir crowdsourcen den Gag-Pool. Ihr müsst bitte Witze schicken, ans 'Neo Magazin'. [...] Jeder Witz, der es in die Sendung geschafft hat, kriegt 103 Euro und 'ne Strafanzeige von irgendwem, der sich angepieselt fühlt." Ganz wichtig: Die Gags für den geplanten Stand up sollen "politisch korrekt sein". Witze über Hitler seien beispielsweise "nicht erlaubt. Denn damit verletzt ihr die Menschenwürde von Adolf Hitler - und die Totenruhe wird auch gestört." Die Zuschauer sollten vor dem Einsenden also vielleicht doch zuerst einen Juristen um Rat fragen.

 

Die "Affäre Böhmermann"

 

Dass sich einige Fragen der User natürlich um das ganze "Schmähgedicht"-Ding drehen würden, das war abzusehen. Böhmermann gehe es bis auf ein bisschen Heuschnupfen insgesamt gut derzeit, was er auch gleich verdeutlichte, indem er den Deutschrap-Klassiker "Danke, gut" von Eins Zwo zitierte. Es habe aber natürlich anstrengende Wochen im letzten Monat gegeben. Man müsse zwischen ihm als Privatmensch und der Bühnenfigur unterscheiden. "Als Spaßvogel so 'ne Nummer abzuziehen, das war natürlich mega. Aber die persönlichen Konsequenzen - die jetzt nicht sehr überraschend kamen, aber die dann halt da waren - die sind dann tatsächlich so unangenehm, dass es schon an die Nerven geht, klar." Die großen Entscheidungen in seinem Leben seien "schon alle richtig" gewesen.

Doch warum hat er es getan, wenn die Reaktionen zu erwarten waren? "Weil es mein Job ist." Das verstünden viele nicht. Es gehe um "pushing the boundaries, liebe Freunde." Satire sei "so ein bisschen was wie eine Fremdsprache. [...] Leute, die die Fremdsprache nicht beherrschen, sollen die Fresse halten, wenn sie versuchen wollen, Satire zu beurteilen." Und was dürfe Satire jetzt genau? "Natürlich darf Satire alles. Und was genau Satire darf, entscheidet die Bundeskanzlerin."

Weiter unter der Gürtellinie bewegte sich Böhmermann natürlich auch bei vielen Gelegenheiten. Da ging es dann um Popel-Lasagne, Würfelsaufen und darum, woran man wohl das Alter eines Penis erkennen könne. Böhmermann freue sich übrigens "wahnsinnig auf die nächste Sendung", in der "ein kleiner, lustiger deutscher Politiker" zu Gast sein wird, "in dessen Gegenwart man nicht das Wort 'Stasi' sagen darf." Na, wer das wohl sein könnte? Kontroverse Witze dürfen Fans auf jeden Fall erwarten, denn die Hater, die kümmern Böhmermann sowieso nicht: "Oh, da ist mir gerade einer am Arsch vorbeigegangen."

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