'James Bond 007 - Spectre' mit Daniel Craig & Léa Seydoux: So emotional wie noch nie

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'James Bond 007 - Spectre' mit Daniel Craig und Léa Seydoux
Daniel Craig tröstet Monica Belucci nach der Beerdigung ihres Mannes.

4 von 5 Sternen

Was wurde er anfangs nicht belächelt, ja fast schon verspottet. Was? Daniel Craig soll der neue James Bond werden? Bitte nicht! Und jetzt? Inzwischen gehört der Brite, der nach 'Casino Royale', 'Ein Quantum Trost' und 'Skyfall' nun schon zum vierten (und vielleicht letzten) Mal in die Rolle des Geheim-Agenten schlüpft, zu den beliebtesten 007-Darstellern aller Zeiten. Nicht zuletzt, weil der Schauspieler mit den stahlblauen Augen aus James Bond einen modernen Action-Helden gemacht hat. In 'Spectre' zeigt er sich aber auch von seiner romantischen Seite. Denn der Bindungsphobiker, der mit Frauen oft nicht mehr als eine Nacht zusammen verbringt, verliert sein Herz diesmal an ein Bond-Girl, das seine Zukunft für immer verändern könnte.

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Von Mariana Jang

Nachdem MI6-Agent James Bond (Daniel Craig) eine ominöse Video-Botschaft erhält, geht es für ihn auf eine Schnitzeljagd rund um den Globus. Dabei stößt er auf die titelgebende Terror-Organisation 'Spectre', die ihm bereits dicht auf den Fersen ist. Wer jagt hier eigentlich wen? Ausgerechnet Madeleine Swann (Léa Seydoux), die Tochter eines altbekannten Erzfeindes, ist Bonds einzige Chance, die Hintermänner ausfindig zu machen.

Mit Léa Seydoux kommt endlich mal ein Bond-Girl zum Einsatz, das mit Daniel Craig auf Augenhöhe spielen darf. So wird Madeleine nicht bloß zu einem seiner Betthäschen degradiert, sie hat auch was im Köpfchen und weiß mit Waffen umzugehen. Seit dem Tod von Vesper in 'Casino Royale', ist sie die erste Frau, der Bond wieder vertraut. Nichtsdestotrotz wirkt Léa Seydoux neben Monica Belucci, die leider nur ein kurzes Gastspiel hat, eher unscheinbar und brav. Keine Frage, Belucci (51) schafft es auch als ältestes Bond-Girl aller Zeiten die junge Konkurrenz in den Schatten zu stellen.

Christoph Waltz spielt den ewig gleichen Bösewicht

'James Bond 007 - Spectre' mit Daniel Craig und Léa Seydoux
Léa Seydoux vedreht Daniel Craig in 'Spectre' den Kopf.

Ganz bewusst habe sich Sam Mendes, der bereits bei 'Skyfall' Regie führte und gerne mit Traditionen bricht, diesmal für ein reiferes 'Bond-Woman' entschieden. Nur manchmal wird man das Gefühl nicht los, als seien ihm langsam die Ideen ausgegangen. Viele Szenen und Stunts kommen einem bekannt vor und auch das Ende ist nicht wirklich originell. Ebenso wenig wie Bonds Gegenspieler Christoph Waltz, der den ewig gleichen Bösewicht mimt, den wir bereits aus Tarantino-Filmen kennen: Arrogant, wahnsinnig und mit Dauer-Grinsen im Gesicht.

Bond-Fans werden sich daran aber kaum stören. In England hat der Film jetzt schon den Start-Rekord seines Vorgängers gebrochen. Für alle Skeptiker wird Daniel Craig vermutlich nur noch ein müdes Lächeln übrig haben. Nach den harten Dreharbeiten kann er sich nun entspannt zurücklehnen und mit einem Drink auf seinen Erfolg anstoßen. Natürlich mit einem Wodka Martini. Geschüttelt, nicht gerührt.

Kinostart: 5. November 2015

Genre: Action

Originaltitel: Spectre

Regisseur: Sam Mendes

Filmlänge: 148 Minuten

Darsteller: Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux

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