Jake Gyllenhaal muss Terroranschlag verhindern: ‚Source Code’

4 von 5 Punkten

Nach der freizügigen, aber ziemlich lauen Tragikkomödie ‚Love and Other Drugs’, in der Jake Gyllenhaal den Lover einer depressiven Anne Hathaway spielte, zeigt sich der Mime endlich wieder etwas kerniger. In Ducan Jones’ (‚Moon’) fantastischem Sci-Fi-Thriller ‚Source Code’ gibt er den ehemaligen Hubschrauberpiloten Captain Colter Stevens, der einen streng geheimen Auftrag ausführen muss. Dabei darf er wesentlich mehr zum besten Geben, als bloß das hübsche Lächeln, das so manche Frau dahin schmelzen lässt.

Ohne lange Umschweife wird der Zuschauer in die Story katapultiert: Captain Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) wacht in einem Zug nach Chicago auf, hat keinen blassen Schimmer, wie er dorthin gekommen ist und warum er auf der Zugtoilette schockiert feststellen muss, dass er nicht sein eigenes Spiegelbild betrachtet. Noch bevor er versteht, was das ganze soll, explodiert der Zug. Cut! Und plötzlich befindet sich Stevens in der klaustrophobischen Enge einer dunklen Kammer des Militärs.

Stevens muss den Anschlag eines Bombenlegers vereiteln. Allerdings nicht den Anschlag, den er gerade miterlebt hat, sondern ein größeres Attentat, das in Chicago noch folgen soll. Dafür schickt man ihn in den Source Code: Ein Computerprogramm, das es möglich macht, sein Gehirn mit dem eines Opfers aus dem Zug so zu verknüpfen, dass er dessen letzten acht Minuten noch mal erleben kann. Immer und immer wieder reist Stevens in diese Parallel-Realität, um jedes Mal ein weiteres Detail zu entdecken, das ihn schließlich zum Bombenleger führen soll. Allerdings findet der Militärpilot auch über sich selbst mehr heraus...

'Source Code' - Der Kinotrailer
'Source Code' - Der Kinotrailer Kinostart: 02.06.2011 00:01:58
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Jake Gyllenhaal überzeugt in 'Source Code'

Regisseur Ducan Jones (‚Moon’) inszeniert hier kein bloßes Zeitreiseabenteuer. Ähnlich wie in ‚Matrix‘ und ‚Inception‘ spielt der Filmemacher mit der Vermischung verschiedener Realitäten und persönlicher Wahrnehmungen. Die Zusammenarbeit zwischen Autor Ben Ripley und Duncan Jones erweist sich für ‚Source Code‘ als echter Glückgriff. Mit intelligent geschnitten Sequenzen, Bildern voller visueller Dynamik und bildgewaltiger Action inszenieren sie einen durchgehend spannenden Thriller. Dass der Zuschauer in dem kurzweiligen Actionabenteuer atemlos an den Kinosessel gefesselt bleibt, hat man auch den Hauptdarstellern zu verdanken. Allen voran einer hervorragenden Vera Farmiga und ihrer stets pointierten Mimik. Auch Jake Gyllenhaal, der in emotionalen, nervenaufreibenden und witzigen Situationen gleichermaßen überzeugt, beweist einmal mehr, dass er zu Recht zu Hollywoods gefragtesten Darstellern gehört.

Allerdings kann dem Drehbuchschreiber Ben Ripley dann doch angekreidet werden, dass er trotz der suggerierten wissenschaftlichen Logik, die alles irgendwie erklärbar erscheinen lässt, gegen Ende ein wenig flapsig mit seinem Stoff umzugehen droht. Zum Schluss fragt man sich nun doch, ob der Film sich zu sehr in seine pseudo-intelligenten Irrungen und Wirrungen hineingesteigert hat, oder Ripley uns mit seinem finalen Twist zu einem genialen Denkspiel verführt. Das muss wohl jeder selbst für sich herausfinden, weshalb sich der Kinobesuch sicherlich nicht nur für Genrefans lohnt.

Von Mihaela Gladovic

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