Jake Bugg im exklusiven Interview

Jake Bugg im exklusiven Interview
Zu seinen Freunden hält Jake Bugg guten Kontakt. Sie spielen sogar in einem seiner Musikvideos mit. © Arne Fleckenstein

"Ich vermisse meine Freunde"

Rockstars haben ja bekanntermaßen viele weibliche Fans. Ist es für Musiker leichter, Frauen zu daten?

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Bugg: Wenn du dir die Geschichte des Rock’n’Roll anguckst, stellst du fest: Mädchen scheinen das irgendwie zu mögen. So ist das manchmal einfach.

Und genießt du diesen Nebeneffekt beim Musikmachen?

Bugg: Es geht ja um die Musik, oder nicht? Natürlich kommen da auch mal Mädchen vorbei, aber das ist nicht der Grund Musik zu machen.

In 'Trouble Town' singst du von deiner Heimatstadt Nottingham.

Bugg: Es geht mehr um meinen Stadtteil Clifton. Der gehört aber zu Nottingham.

Das einzig Schöne an Clifton wäre, dort rauszukommen. Jetzt wo du das geschafft hast, fehlt dir deine Heimatstadt manchmal?

Bugg: Ich vermisse auf jeden Fall meine Freunde. Ich glaube, dass sie vielleicht auch aus Clifton raus wollen. Natürlich geht das nicht jedem so, aber mir schon.

Deine Freunde spielen im Video zu 'Two Fingers' mit. Hast du immer noch so oft wie möglich Kontakt zu ihnen?

Bugg: Ja natürlich. Sie kommen auch im Tourbus vorbei und wir hängen ab.

Wie hast du entschieden, welche deiner Songs auf dein Debütalbum sollen? 'Someplace' zum Beispiel hast du ja schon mit 15 geschrieben.

Bugg: Ich habe das nicht wirklich entschieden, denn ich habe mir gedacht: Ich bin derjenige, der diese Songs geschrieben hat. Also bin ich vielleicht nicht die beste Person, um zu wissen, wie man sie richtig hört. Ich habe Leute, die mit mir arbeiten, Freunde und meine Familie aussuchen lassen, was sie gerne hören möchten und in welcher Reihenfolge. Ich habe dann geschaut, welche Songs in welcher Reihenfolge am besten ankamen und dann habe ich noch ein oder zweimal durchgehört.

"Ich wollte immer mein eigenes Ding machen"

Jake Bugg im exklusiven Interview
Jake Bugg hat keine Angst vor großen Menschenmengen zu spielen. © Arne Fleckenstein

War Musik in deiner Kindheit ein großes Thema?

Bugg: Nicht so sehr in meiner Kindheit, aber beide Seiten meiner Familie sind ziemlich musikalisch. Meine Cousins spielen auch in Bands. Mein Onkel spielt ein bisschen Gitarre. Das ist schon was.

Du hast früher in mehreren Bands gespielt. Warum hast du dich dafür entschieden, Solokünstler zu werden?

Bugg: Ich wollte es schon immer auf meine Weise machen. Seit ich die Gitarre in die Hand genommen habe. Zwischenzeitlich habe ich bei ein paar Bands mitgespielt, aber ich wollte immer mein eigenes Ding machen. Ich glaube, ich mochte den Gedanken, dass ich mir einfach die Gitarre schnappen kann, wenn ich einen Song schreiben will und nicht von drei oder vier anderen Leuten abhängig bin.

Was sind deine musikalischen Vorbilder?

Bugg: Meine Einflüsse? Da kannst du bis in die 1920er zurückgehen - von klassischer Musik bis zu aktueller: von Robert Johnson bis Skip James, Muddy Waters, Jimi Hendrix, Johnny Cash, Buddy Holly, Beatles. Ich kann noch weitermachen, wenn du willst...

Das war schon eine ganze Menge, danke. Was war denn die größte Konzerthalle, in der du bist jetzt gespielt hast?

Bugg: Letzte Nacht habe ich vor 10.000 Leuten in der Wembley Arena (Anm. der Redaktion) gespielt. Das war unglaublich.

Es muss beeindruckend sein, vor so vielen Menschen auf der Bühne zu stehen, ich kann mir das gar nicht vorstellen.

Bugg: Es ist nicht so, wie du denkst.

Im Bezug auf was?

Bugg: Im Bezug auf die Angst. Der Sound war allerdings furchtbar. Aber es war für einen guten Zweck - das war das Wichtigste.

Was wünschst du dir für deine Zukunft?

Bugg: Meine Wünsche sind schon wahr geworden, deshalb glaube ich, alles, was ich tun kann, ist, einfach so weiterzumachen - es gut zu machen und weiter Musik zu machen.

Vielen Dank für das Interview!

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