Jake Bugg im exklusiven Interview

Jake Bugg im exklusiven Interview
Jake Bugg sieht seinen Erfolg gelassen - er will einfach nur Musik machen. © Arne Fleckenstein

"Ich höre mich nicht gern im Radio"

Entspannt sitzt Jake Bugg auf dem Ledersofa in seinem Tourbus. Den Playstation-Controller hat er zur Seite gelegt, auf dem Bildschirm flackert still das FIFA-Pausenmenü vor sich hin. Ob Köln auch einen Fußballverein hat, möchte er wissen. Der 19-jährige Brite ist kein Mann vieler Worte, er ist bescheiden geblieben - und dass obwohl er in der Musikwelt derzeit für Furore sorgt. Wir haben Jake Bugg zum Interview getroffen.

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von Michaela Sabine Berg

Du hattest vor kurzem Geburtstag, alles Gute nachträglich. Wie hast du deinen Geburtstag gefeiert?

Jake Bugg: Ich habe ein Konzert im Rahmen meiner UK-Tour in London gespielt. Danach haben wir gefeiert, war ein guter Abend.

War es eine große Party?

Bugg: Nicht wirklich, nur ein paar Freunde und die Leute, die mir geholfen haben, dahin zu kommen, wo ich heute bin.

Dein Debütalbum ist von Null auf Platz Eins der UK-Charts eingestiegen, deine Shows sind restlos ausverkauft - wie erlebst du diesen großen Erfolg?

Bugg: Es ist hervorragend. Ich hätte nie gedacht, dass das passieren würde, und es ist großartig, dass es so gekommen ist. Ich darf nicht selbstgefällig werden, sondern muss einfach weitermachen, nicht zu viel drüber nachdenken, die Shows spielen und Songs schreiben. Das ist ja der Grund, warum ich angefangen habe.

Ich habe gelesen, dass 'Die Simpsons' dein Interesse an Musik geweckt haben. Stimmt das?

Bugg: Ich habe da einen Song gehört, den ich wirklich mochte. Aber ich würde nicht sagen, dass das allein der Grund für mein Interesse an Musik ist. Ich habe schon vorher gerne Instrumente gespielt, Songs geschrieben. Aber es hat geholfen. (lacht)

Wann hast du angefangen, Musik zu machen?

Bugg: Ich habe angefangen Gitarre zu spielen, als ich zwölf war. Mit 14 habe ich dann die ersten Songs geschrieben, mit 15 einen Gig gespielt und mit 17 wurde ich unter Vertrag genommen und habe mein Album aufgenommen.

Wie war es für dich, deine Musik zum ersten Mal im Radio zu hören?

Bugg: Also beim ersten Mal habe ich es ausgemacht. Ich mochte es nicht, mich im Radio zu hören. Es war ein Schock und ich bin raus gegangen, einfach woanders hin.

Früher wollte Jake Fußballer werden

Jake Bugg im exklusiven Interview
Heute steht Jake Bugg auf der Bühne - als Kind bewegte er sich mehr auf dem Fußballplatz. © Arne Fleckenstein

Was ist das Letzte, was du tust, bevor du auf die Bühne gehst?

Bugg: Ein Ritual oder sowas haben wir nicht. Wir gehen einfach auf die Bühne. Wir sorgen dafür, dass wir vorbereitet sind und uns warm gemacht haben, denn du willst ja, dass die Leute Spaß haben. Es soll für jeden eine tolle Erfahrung sein, deshalb versuchen wir einfach professionell zu sein.

Deine Musik klingt anders als das, was wir sonst in den Charts zu hören bekommen. Wie würdest du selbst deinen Stil beschreiben?

Bugg: Ich bin vielleicht nicht die Person, die man das fragen sollte, weil ich die Musik nicht wirklich höre, wenn ich sie schreibe oder im Studio bin. Was ich höre, ist nicht das, was jeder andere hört, weil ich das ja bin. Ich versuche einfach so viele verschiedene Sachen wie möglich zu machen.

Woher nimmst du die Ideen für deine Songs?

Bugg: Das könnte alles sein. Etwas, das du gehört oder gesehen oder was du erlebt hast. Es kann auch eine Unterhaltung sein, die du auf der Straße mitbekommen hast. Oder ich denke mir einfach etwas aus. Es könnte wirklich alles sein. Das ist ja das Tolle an Musik.

Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Bugg: Ich schreibe Musik, weil ich das gerne mache. Wenn Leute meine Musik nicht mögen, ist mir das egal. Aber die Leute, die meine Musik mögen, sollen Spaß daran haben, sie zu hören. Ich hoffe, dass sie andere Menschen dazu inspiriert zu tun, was sie möchten. Ich habe genau das gemacht, was ich wollte und jetzt lebe ich meinen Traum. Die Leute sehen das und tun dann vielleicht auch genau das, was sie wollen - das muss nicht unbedingt Musik sein.

Deine Musik ist vom Stil her eher retro - legst du Wert darauf, dass deine Klamotten zu diesem Stil zu passen?

Bugg: Ich trage einfach Shirts und Jeans. Wenn es gut aussieht, dann ziehe ich es an. Ich bin da nicht so wählerisch, solange es nicht blöd aussieht.

Früher hast du viel Fußball gespielt. Wolltest du mal Profispieler werden?

Bugg: Ja, das war mein Ziel bevor ich mit Gitarre angefangen habe. Als ich dann die Gitarre in die Finger bekam, habe ich mich direkt verliebt und den Fußball hinter mir gelassen.

Spielst du immer noch?

Bugg: Ja, wir wollten auch eben gegenüber auf der anderen Straßenseite noch ein bisschen kicken.

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