Jackass 3D: Kotzalarm

Dreidimensionale Ekel-Attacke der Jackass-Jungs

Jackass 3D: Kotzalarm

Eklige Kack-Fontänen im Grünen, Poritzen-Schweiß als Energy-Drink oder Bungee-Action in einem randvollen Dixie-Klo - wer müsste sich da nicht übergeben? Die kultige ‚Jackass’-Truppe, die durch den Musiksender MTV vor über zehn Jahren berühmt wurde, war offensichtlich der Meinung, dass es mal wieder an der Zeit sei, die Nerven - und Mägen - der Kinogänger auf die Probe zu stellen. Dass ‚Jackass 3D’ den Untertitel ‚Kotzalarm’ trägt, ist mehr als aussagekräftig.

An Bord sind natürlich die üblichen Verdächtigen: Frontman Johnny Knoxville, Skateboardprofi Bam Margera, Ober-Freak Steve-O und sein Busenfreund Chris Pontius, der kleinwüchsige Jason „Wee Man“ Acuna, Schwergewicht Preston Lacy und natürlich Regisseur Jeff Tremaine. Auch wenn Johnny Knoxville es schade findet, dass die Entstehung seiner Rippenbrüche es nicht in den Film geschafft hat, können wir vermutlich froh sein, dass uns wenigstens das erspart bleibt. Schließlich reicht es vollkommen, dabei zuzusehen, wie einem der Jungs mithilfe eines Lamborghinis ein Zahn ausgerissen wird.

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Jackass 3D: Kotzalarm
© Photography by: Sean Cliver

Wenn man mit anschauen muss, wie Steve-O den Schweiß trinkt, der Preston Lacy auf dem Laufband vom massigen Körper geronnen ist, fällt es einem schon schwer, seinen Mageninhalt bei sich zu behalten. Wird dann in der nächsten Szenen mit beschaulicher Musik eine Modelleisenbahn eingeblendet wird, glaubt man, kurz durchatmen zu können. Doch es wäre nicht ‚Jackass’, wenn die Jungs nicht mit der nächsten Ekel-Attacke um die Ecke kämen: Ein Vulkan, der aus Steve-Os grün angemaltem Hinterteil besteht und braune Lava spuckt. Hier muss man schon hart im Nehmen sein, schließlich fliegt einem Teil der Truppe bei dem widerlichen Anblick selbst das Essen aus dem Gesicht. Selbstverständlich hat der Film keine Jugendfreigabe – das war auch von Anfang an die Absicht der Jungs.

Die wirklich witzigen Slapstick-Szenen machen den Film stellenweise auch für zartbesaitetere Gemüter einigermaßen ansehnlich. Da werden Passanten auf der Straße so richtig aufs Korn genommen, und man kann sich das ein oder andere Lachen nicht verkneifen. Auch die Szenen, in denen sich die Jungs zum Deppen machen, sorgen besonders in der Männerwelt für Spaß. Sei es, wenn Johnny Knoxville sich von einer Horde Rodeo-Bullen über den Haufen rennen lässt oder mit einem Jetski über die Gartenhecke fliegt, die Jungs ihre Standfestigkeit hinter den Turbinen eines Flugzeugs testen oder sich gegenseitig mit einer überdimensionalen Hand ziemlich überraschende High-Fives erteilen. Natürlich kommt auch die Schadenfreude nicht zu kurz: Oberrüpel Bam Margera fällt in eine mit Schlangen gefüllte Grube und fängt allen Ernstes an zu heulen - absolute Premiere.

Die Frage ist: Wer will bitte dabei zusehen, wenn sich Steve-O in einem randvollen Dixie-Klo per Bungee-Seil in die Höhe katapultieren lässt und die Exkremente nur so durch die Gegend schleudern – dank 3D-Technik quasi ins Gesicht der Zuschauer? Auch wenn die Jungs Penis-Baseball spielen, fragt man sich „Was haben die bitte eingeworfen?“. Da wundert einen auch Brandon ‚Bam’ Margeras Aussage nicht, er habe seinen Spitznamen erhalten, weil er als Kind dauernd vor die Wand gelaufen sei…

Auch wenn die Stunts noch krasser, die Szenen noch ekliger und die Jungs scheinbar noch durchgeknallter sind als in den beiden ersten ‚Jackass’-Streifen: Als Film taugt das nicht wirklich, da es einfach nur eine Aneinanderreihung von Gags ist, die man sich genauso gut bei Clipfish oder Youtube ansehen könnte – nur eben nicht in 3D und natürlich nicht annähernd so widerlich. Wer sich bei den Jackass-Stunts der Serie schon immer die Augen zuhalten musste, ist hier definitiv falsch. Fans der ersten Stunde werden allerdings voll auf ihre Kosten kommen. ‚Jackass 3D’ bietet eben einfach genau das, was man erwartet.

Von Maike Nagelschmitz

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