'Jack Ryan – Shadow Recruit' mit Chris Pine, Keira Knightley und Kevin Costner: Gut-Gegen-Böse-Thriller von vorgestern

Jack Ryan – Shadow Recruit
Kenneth Branagh führte in 'Jack Ryan - Shadow Recruit' Regie und übernahm eine der Hauptrollen. © Larry Horricks, Photo credit: Larry Horricks

2,5 von 5 Punkten

Kommt Ihnen der Name Jack Ryan irgendwie bekannt vor? Das Urgestein aus Tom Clancys Polit-Thrillern ist DER Superagent der CIA und hat es bereits mehrfach auf die Leinwand geschafft. Nach Alex Baldwin in 'Jagd auf Roter Oktober' (1990), Harrison Ford in 'Die Stunde der Patrioten' (1992) und Ben Affleck in 'Der Anschlag' (2002) soll der smarte Analyst jetzt mit 'Star Trek'-Star Chris Pine in die Gegenwart geholt werden. Kein leichtes Unterfangen für Kenneth Branagh, der sich auch mal wieder als Regisseur versucht und in 'Jack Ryan – Shadow Recruit' sogar eine der Hauptrollen übernimmt.

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Von Janina Lenz

Kennt und schätzt man Multitalent Branagh, der schon in die verschiedensten Rollen schlüpfte, in seiner Funktion als Regisseur doch vor allem als Shakespeare-Experten, versucht er sich jetzt wieder an einen knallharten Thriller. Aber ist ihm das wirklich gelungen? Die Handlung zumindest mutet ähnlich komplex an wie in einem Shakespeare-Drama: Eigentlich will Jack Ryan (wie immer ein Hingucker: Chris Pine) nur einen relaxten Bürojob.

Nachdem der Anschlag auf das World Trade Center in ihm den Wunsch geweckt hat, seinem Land zu dienen und er seinen Einsatz in Afghanistan fast mit dem Leben bezahlen musste, ist die Arbeit an der Wall Street für ihn weitaus weniger lebensgefährlich. Doch als CIA-Agent William Harper (mit zunehmendem Alter immer besser: Kevin Costner, 'Der mit dem Wolf tanzt') ihn zum Gespräch einlädt, ist es vorbei mit der Ruhe.

Gut-Gegen-Böse-Thriller von vorgestern

Jack Ryan – Shadow Recruit
Chris Pine macht seinen Job als CIA-Agent tatsächlich passabel.

Die Welt und ihr Finanzsystem, wie wir sie kennen, steht vor dem Abgrund, als der russische Oligarch Viktor Cherevin (Kenneth Branagh, 'My Week With Marilyn') einen Terroranschlag auf die amerikanische Wirtschaft plant – und das soll Ryan verhindern. Im Auftrag von Harper geht es für Ryan also nach Moskau. Mit im Gepäck: seine Intelligenz. Denn mit der soll er Cherevin von seinem geplanten Terroranschlag abbringen. Doch Cherevin spannt, wie sollte es auch anders sein, ein Netz aus Intrigen und Illusionen…

Keine Frage, Chris Pine kann nicht nur als 'Captain Kirk' die Welt retten, er macht auch seinen Job als CIA-Agent tatsächlich passabel – auch wenn der Hollywood-Nachwuchsstar eher mit seinem Aussehen als mit seiner Schauspielleistung glänzt lässt. Vielleicht ist Pine aber auch deshalb nicht gut genug, weil ihn Kevin Costner als CIA-Chef unreifer aussehen lässt, als er sein sollte. Hinzu kommt, dass die Romanze zwischen Jack und seiner Freundin Cathy (routiniert wie immer gespielt von Keira Knightley) sehr konstruiert wirkt. Denn immer, wenn Knightley nach 'Jack' ruft, könnte man auch denken, gleich käme Johnny Depp als Captain 'Jack Sparrow' um die Ecke gebogen.

Zugegeben, der Versuch, den Analysten Ryan in einer neuen Fassung in den Außeneinsatz zu schicken, ist zwar ein guter Ansatz, scheitert jedoch daran, dass der Film viel zu sehr in altem Kalten-Krieg-Gedankengut verharrt und versucht, dies durch die Thematik des Finanzterrorismus wieder aufzugreifen. Ein Szenario, welches inzwischen etwas ausgelutscht ist und seit 2008 eher nervt als unterhält. Deshalb ist 'Jack Ryan – Shadow Recruit' ein Film, der den Zuschauer in seinen 105 Minuten zwar nicht langweilt, aber eben auch nicht richtig packt. Vielleicht sollte sich Branagh das nächste Mal doch wieder an eine Shakespeare-Verfilmung wagen. Morde und Verschwörungen gibt es dort ja auch zuhauf.

Kinostart: 27.2.2014

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