Jack Black in 'Gullivers Reisen'

Punkte: 2.5 von 5

Großmäulig, vertrottelt aber trotzdem liebenswert: So kennt man Komiker Jack Black, der sich bei seinen Filmen für fast nichts zu schade ist, um (hin und wieder etwas zu alberne, aber) herzliche und familientaugliche Geschichten zu erzählen. So wie man es aus seinen Filmen ('School of Rock', 'Year One', 'Be Kind Rewind') gewohnt ist, spielt er auch bei ‚Gullivers Reisen’ den armen, kleinen Nerd, der nichts auf die Reihe bekommt. Doch dann findet er sich plötzlich in einer Welt wieder, in der er nicht nur körperlich der Größte ist, sondern auch zum Helden wird. Dabei bleibt natürlich nicht aus, dass er um die Weisheit reicher wird, dass sich wahre Größe physikalisch gar nicht messen lässt.

Lemuel Gulliver (Jack Black) versauert schon seit geraumer Zeit in der Poststelle einer New Yorker Zeitung, hat nicht viel zu melden und auch sonst nichts zu tun, als wenigstens bei dem Konsolenspiel ‘Guitar Hero’ richtig zu Punkten. Das kriegt er bei seiner Angebetenen, Journalistin Darcy (Amanda Peet), nämlich nicht hin. Also beschließt der faule Sesselfurzer endlich seinen Hintern aus dem Sofa zu hieven, klaut sich ein paar Reiseberichte zusammen und gibt sie bei Darcy als sein eigenes Werk aus. Begeistert von seinem schreiberischen Talent, schickt sie ihn prompt auf eine Expedition zum Bermudadreieck, wo Gulliver natürlich nie ankommt,da er in einen Sturm gerät und mit seinem zerbersteten Boot auf der Insel Lilliput landet. Gulliver wird zunächst festgenommen, kann sich befreien und wirs später zum gefeierten Helden, als er nicht nur ein Feuer im Schloss auspinkelt, sondern auch als übergroßes Gummibärchen die Lilliputaner vor Angriffen der feindlichen Belfuscianer rettet.

Leider bleibt der Film ziemlich überraschungsfrei, denn Regisseur Rob Letterman (‚Shrek’, ‚Monsters vs. Aliens’) ruht sich zu sehr auf dem komödiantischen Talent seines Hauptdarstellers aus. Obwohl davon das Meiste ein wenig ausgelutscht ist, bietet Letterman dennoch einen verträglichen Durchschnittsfilm. Wenigstens wird der Zuschauer nicht genervt von albernem Fäkalhumor, wie zuletzt in Blacks flacher Pups-Witz-Orgie ‘Year One’.

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Zwischenzeitlich plätschert der Film als bloße Aneinanderreihung einiger Gags vor sich her. Gut, der ein oder andere nette Spruch wird noch fallen gelassen und die schrägen Anlehnungen an alt bekannte Blockbuster, wie ‚Titanic’ oder ‚Transformers’sind auch hübsch anzusehen. Dennoch funktioniert ein solcher Klamauk mit niemand anderem außer dem Kind gebliebenen Jack Black in der Hauptrolle. Bei jedem anderen Schauspieler würde der Zuschauer bei der Handlung mit kaum vorhandenem Spannungsbogen das Kino nach den ersten paar Minuten verlassen.

Tatkräftige Unterstützung bekommt der Comedian vor allem von Jason Segel (‘Nie wieder Sex mit der Ex’, ‘Superbad’), der absolut herzerweichend Gullivers kleinen Kumpel Horatio spielt. Auch die Britin Emily Blunt gibt ihre Prinzessin, die nicht auf den Mund gefallen ist, herrlich überspitzt.

Somit sind es allen voran die Darsteller, die den Figuren die nötige Liebenswürdigkeit verleihen, um als Identifikationsfiguren für Kinder gut zu funktionieren, und den Film somit vor der aufkeimenden Langeweile retten. Sicherlich kann das kritische Auge dem Film noch einiges mehr vorwerfen, beispielsweise, dass einige Szenen so unmotiviert sind, dass man den Eindruck gewinnt, sie seinen nur da, um die 3D-Effekte zu rechtfertigen. Überlegt man sich aber, für wen dieser Film gemacht ist – vorrangig für Kinder – kann man darüber auch schon mal hinwegsehen, denn die werden sich sicherlich gut unterhalten fühlen.

Von Mihaela Gladovic

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