Iris Berben: Wir müssen mehr miteinander reden 

Iris Berben: Wir müssen mehr miteinander reden 
Iris Berben © Cover Media

Iris Berben (65) fordert die Politik auf, die Bürger mit ihren Ängsten ernst zu nehmen, um nicht noch mehr Leute "an die Menschenfänger" zu verlieren. 

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Gesicht zeigen 

Die Schauspielerin ('Miss Sixty') engagiert sich seit vielen Jahren gegen Rechtsextremismus. So hat Iris Berben nun auch das Geleitwort für das Buch 'Mein Kampf - gegen Rechts' der Initiative 'Gesicht zeigen' geschrieben - für den Filmstar eine echte Herzensangelegenheit. In dem Buch berichten elf Bürger von ihrem Engagement im Alltag gegen Fremdenfeindlichkeit. Gesicht zu zeigen ist für Iris Berben vor allem im Jahr 2016 besonders wichtig:

"Dazu gehört, wieder mehr miteinander zu reden. Wir haben hier eine Herausforderung, die enorm ist. Die wird nicht in einem halben oder einem Jahr vorbei sein. Die Politik muss mit den Menschen reden, damit sie nicht täglich mit neuen Meldungen, die sie erschrecken, umgehen müssen", berichtete die Künstlerin im 'B.Z.'-Interview und fügte hinzu: "Dass wir den Bürger mit hinein nehmen in die Verantwortung und zeigen, dass wir ihn ernst nehmen, auch in den Unsicherheiten und Ängsten, ist wichtig. Sonst verlieren wir noch mehr Leute an die Menschenfänger."

Dass so viele Menschen mittlerweile rechte Parolen skandieren und Gewalt ausüben, macht die Schauspielerin immer wieder fassungslos und erinnert sie an längst vergangene Zeiten. "Ja, das hat mich überrascht, weil es in seiner Dumpfheit, Dummheit und Primitivität so offensichtlich ist. Wenn bei einem eingekesselten Bus geklatscht und mit Gewalt gedroht wird, fühle ich mich an eine Zeit erinnert, die wir hinter uns gelassen haben. Ich kann Wut und Verunsicherung begreifen. Diese extreme Gewaltbereitschaft aber konnte ich mir nicht vorstellen, besonders in der Geschwindigkeit, wie sie sich entwickelt."

Wegen ihres Engagements wird die Darstellerin auch immer wieder selbst mit Anfeindungen konfrontiert, das hält sie aber nicht davon ab, weiter gegen Fremdenfeindlichkeit anzukämpfen. Böse Kommentare ignoriert sie einfach: "Da rede ich nicht drüber. Ich gebe diesen Leuten nicht noch mehr Terrain. Viele Menschen schätzen das Netz als Ort des direkten Austauschs. Aber ich finde es feige, sich in der Anonymität zu verstecken. Ich möchte sehen, mit wem ich mich auseinandersetze", so Iris Berben im 'Welt.de'-Interview. 

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