Iris Berben: Intellektualität im TV

Iris Berben
Iris Berben © Cover Media

Iris Berben (64) hält auf ihr Publikum große Stücke.

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Glaube an ihr Publikum

Die Film-Legende ('Duell in der Nacht') ist heute Abend [24. November] um 20.15 Uhr in 'Das Zeugenhaus' zu sehen, der Film beruht auf dem Buch von Christiane Kohl. Darin werden die Nürnberger Prozesse thematisiert und es treffen Alt-Nazis, Widerstandskämpfer, Mitläufer und KZ-Überlebende kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Gästehaus aufeinander. Bergen ist eine von der US-Army eingesetzte Hausdame, die dafür sorgen muss, dass sich die Menschen auf engstem Raum nicht an die Gurgel gehen. Keine leichte Fernsehkost - für die intelligenten Zuschauer laut der Detmolderin allerdings nicht zu schwer verdaulich. "Ich glaube immer an die Klugheit der Zuschauer. Die Zuschauer sind reif, und wir Fernsehmacher sollten sie auch so behandeln. Man muss nicht immer mit dem Holzhammer agieren, sondern kann Geschichten wie diese auch auf eine intellektuellere Weise erzählen", betonte sie im Interview mit 'Südwest Presse'.

Die Aussage des Films habe viel mit Berbens eigenem Zugang zu der Geschichte des Dritten Reichs und des Zweiten Weltkriegs zu tun. "Die Thematik wurde in der Zeit, in der ich in die Schule gegangen bin, vielfach totgeschwiegen. Darum geht es in gewisser Weise auch in unserem Film, um Sprachlosigkeit nämlich. Wer traut sich wann was zu sagen? Das ist die entscheidende Frage, die die Figuren und vielleicht ja auch den Zuschauer umtreibt."

In ihrer Rolle als Gastgeberin setzt sie in der unfreiwilligen Wohngemeinschaft feste Hausregeln und sorgt für gepflegte Konversationen - für Smalltalk ist die Film-Lady allerdings nicht so gerne zu haben. "Mit manchen Menschen und zu bestimmten Gelegenheiten sind solche Themen natürlich angebrachter. Das sollte man also schon auch beherrschen. Ich kann es auch, aber ich gebe zu, der seichte Smalltalk fällt mir schwer. Eine große Kunst ist es übrigens auch, sich aus einem solchen Smalltalk höflich zu verabschieden", erklärte sie im Interview mit 'focus.de'.

Auch Manieren sind ihrer TV-Figur sehr wichtig - genauso wie der Schauspielerin. "So etwas wird nie altmodisch, das gehört zum Respekt, den man seinen Mitmenschen, einer Gesellschaft entgegenbringt. Vieles würde leichter werden, wenn alle Menschen mit einigermaßen guten Manieren miteinander umgehen würden - gerade dann, wenn man unterschiedlicher Meinung ist", betonte Iris Berben.

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