Iris Berben: Beide Seiten müssen tolerant sein

Iris Berben: Beide Seiten müssen tolerant sein
Iris Berben © Cover Media

Laut Iris Berben (65) müssen Vorurteile und Ängste abgebaut werden, um mehr Toleranz zu erreichen.

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Wir brauchen mehr Verständnis

Am 20. Oktober war die Schauspielerin ('Miss Sixty') in dem ZDF-Integrationsdrama 'Die Neue' an der Seite von Nachwuchsstar Ava Celik (25, 'Kückückskind') zu sehen. Berben schlüpfte für den Film in die Rolle einer taffen Lehrerin am Gymnasium, die plötzlich an ihre Grenzen gerät, als die neue, muslimische Schülerin Sevda auf ihren religiösen Rechten beharrt. Toleranz ist ein großes Thema des Dramas und im 'Bild'-Interview erklärte Berben ihre Meinung dazu:

"Ich fürchte momentan wird das Wort 'Toleranz' ziemlich strapaziert. Für mich bedeutet es, dass beide Seiten tolerant sein müssen. Das ist ein mühsamer Weg. Verordnungen helfen da recht wenig, sondern man muss vielmehr Vorurteile und Ängste bei den Menschen abbauen, wenn man Toleranz erreichen will."

Eng mit dem Thema Toleranz ist die Diskussion um Religion verbunden. In dem Film 'Die Neue' trägt Sevda ein Kopftuch, weigert sich, am Sportunterricht teilzunehmen oder neben einem Jungen zu sitzen und betet heimlich im Abstellraum der Schule. Für Berben ist die Akzeptanz aller Religionen wichtig, allerdings warnt sie vor dem Missbrauch: "Ich finde Religion ist wichtig, weil sie für viele Menschen ein Halt und eine Orientierung ist. Was mich erschreckt, ist ihr Missbrauch. Im Namen der Religion passieren immer wieder die grausamsten Dinge. Deswegen müssen Religion und Staat getrennt werden."

Die Dreharbeiten zu 'Die Neue' fanden bereits im vergangenen Jahr statt, doch vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise ist das Thema des Filmes aktueller den je. Auch Iris Berben gehört zu den deutschen Stars, die sich für die Flüchtlinge engagiert und immer wieder darauf hinweist, wie wichtig es ist, gegen Fremdenfeindlichkeit Haltung zu zeigen. Die Gefahr sei derzeit, dass die rechte Gesinnungen kein Randproblem mehr, sondern längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind: "Die Aufgabe, die zu bewältigen ist, wird sein, die wieder in unser Boot zu holen. Und das ist eine langwierige und große Aufgabe", erklärte die Künstlerin im Interview mit der 'Berliner Morgenpost'.

Iris Berben selbst engagiert sich auf unterschiedliche Weise gegen Fremdenfeindlichkeit: "Ich mache Lesungen, ich spreche auf Foren, führe Diskussionen mit Schülern, nehme Hörbücher auf, um Themen zu setzen. Das ist etwas, was mich umtreibt. Als Privatperson, die ja in diesem Land lebt. Ich kann meine Popularität nutzen, kann einer Sache meine Stimme leihen."

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