'Interstellar' mit Anne Hathaway und Matthew McConaughey: One-Way-Ticket ins All

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'Interstellar' mit Anne Hathaway und Matthew McConaughey: One-Way-Ticket ins All
Matthew McConaughey und Anne Hathaway auf der Suche nach einem bewohnbaren Planeten © Melinda Sue Gordon

4,5 von 5 Punkten

Ob Anwalt, Stripper, Gangster oder Aids-Patient - es scheint keine Rolle zu geben, die Matthew McConaughey ('Buyers Dallas Club') nicht spielen kann. Mit 'Interstellar' wagt der Schauspieler nach 'Contact' (1997) den Weg zurück ins Science-Fiction-Genre und wird dabei von Co-Star Anne Hathaway ('Les Misérables') unterstüzt. Keine Frage, mit diesen zwei Oscar-Preisträgern hat Kult-Regisseur Christopher Nolan ('The Dark Knight Rises', 'Inception') für sein überaus ambitioniertes Werk talentierte Schauspieler gewinnen können, die sich ihre Rollen mittlerweile aussuchen können. Beide haben seichte Liebeskomödien längst hinter sich gelassen und versuchen jetzt lieber die Welt zu retten.

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Von Mariana Jang

Denn in nicht allzu ferner Zukunft ist die Erde zu einem menschenfeindlichen Ort geworden, an dem die Pflanzen allmählich aussterben und ein nicht enden wollender Sandsturm das Land im Griff hat. Es ist nur eine Frage der Zeit bis den Menschen die Nahrung und die Luft ausgeht. Die letzte Hoffnung: Ein neuer Planet, auf dem der Rest der spärlichen Bevölkerung weiterleben kann. Ein von Dr. Brand (Michael Caine, 'The Dark Knight Rises') entdecktes Wurmloch soll den Zugang zu einem potentiellen, neuen Zuhause ermöglichen. So begibt sich der verwitwete Pilot Cooper (Matthew McConaughey) mit Brands Tochter Amelia (Anne Hathaway) und zwei weiteren Astronauten auf eine ungewisse Mission ins Weltall, um die Planeten nach ihrer Bewohnbarkeit zu überprüfen - ohne zu wissen, ob sie jemals zurückkehren werden.

Bei 'Interstellar' bleibt kein Auge trocken

'Interstellar' mit Anne Hathaway und Matthew McConaughey: One-Way-Ticket ins All
Abschied für immer? Matthew McConaughey und Mackenzie Foy © Melinda Sue Gordon

Obwohl es sich bei einem Science-Fiction-Drama wie 'Interstellar' sicher angeboten hätte, verschont uns Nolan mit überflüssigem 3-D-Schnickschnack, was den Film visuell nicht weniger spektakulär macht. So sehen wir Planeten, die märchenhaft schön und lebensbedrohlich zugleich sind: Ob nun wolkenkratzerhohe Wellen oder zu Eis erstarrte Wolken, Nolan versteht es, die Zuschauer mit Special Effects zu beeindrucken. Doch neben der actionreichen Odyssee im Weltall, steht vor allem die Vater-Tochter-Beziehung von Cooper und Murph (in jungen Jahren von Mackenzie Foy und später von Jessica Chastain verkörpert), im Mittelpunkt des Geschehens. Es sind genau die Szenen, die Matthew McConaughey als liebenden Vater zeigen, der in dem Film seine Familie schweren Herzens zurücklassen musste, die zu den stärksten und emotionalsten Momenten gehören. Da bleibt kein Auge trocken.

Aber auch sonst ist 'Interstellar' alles andere als leicht zu verdauendes Popcorn-Kino. Themen aus dem Gebiet der Astrophysik, Wurmlöcher, 5-Dimensionalität und die Relativitätstheorie, führen an der ein oder anderen Stelle unweigerlich zu Verständnisschwierigkeiten – es sei denn man ist gelernter Physiker wie Kip Thorne, der als Produzent mitwirkte oder hat wie Drehbuchautor Jonathan Nolan eigens dafür ein Studium absolviert. Dennoch wird der Film selbst bei einer Spielzeit von drei Stunden niemals langatmig. Das liegt vor allem an der Unvorhersehbarkeit des bildgewaltigen und emotionsgeladenen Sci-Fi-Epos.

Mit der hervorragenden Besetzung der Hauptdarsteller (im gesamten Film spielen gleich fünf Oscar-Gewinner mit) wird 'Interstellar' sicher so steil nach oben schießen wie Matthew McConaughey und Anne Hathaway bei ihrem Raketenstart.

Kinostart: 6. November 2014

Genre: Science-Fiction

Originaltitel: Interstellar

Filmlänge: 169 Min.

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