"Insurgent": Viel Action und schwache Dialoge

"Insurgent": Viel Action und schwache Dialoge
Four (Theo James) und Tris (Shailene Woodley) bereiten sich auf den Kampf gegen Jeanine vor © Concorde Filmverleih GmbH / Andrew Cooper

Am Donnerstag kommt die Fortsetzung von "Die Bestimmung" in die Kinos. 2014 entpuppte sich der erste Teil als Überraschungshit, musste sich aber vielerorts als billige Kopie von "Die Tribute von Panem" bezeichnen lassen. "Die Bestimmung - Insurgent", die im futuristischen Chicago spielt, führt das Abenteuer von Beatrice "Tris" Prior und ihrem Freund und Mentor Tobias "Four" Eaton weiter.

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Das Abenteuer geht weiter

"Insurgent" nimmt den Handlungsstrang drei Tage nach dem Kampf gegen die sinnesbeeinflussten Ferox und die Ken unter der Leitung von Jeanine Matthews auf. Tris, ihr Bruder Caleb, Four und Peter befinden sich auf der Flucht und finden bei der Amite-Fraktion Zuflucht. Währenddessen entdeckt die machthungrige und kaltblütige Jeanine eine geheimnisvolle Box, von der sie annimmt, dass sie den Schlüssel zur endgültigen Machtübernahme der Ken enthält.

Denn auf der Schachtel sind die Zeichen aller fünf Fraktionen abgebildet, woraus Jeanine schließt, dass sie nur durch einen Unbestimmten - Individuen, die über die Kräfte mehrerer Fraktionen verfügen - geöffnet werden kann. Fortan macht sie Jagd auf alle Unbestimmten - und ganz besonders auf Tris.

 

Kate Winslet glänzt als kaltblütiger Bösewicht

 

Wie schon im Vorgänger übernimmt Shooting-Star Shailene Woodley (23) die weibliche Hauptrolle der Tris. An ihrer Seite ist auch diesmal Theo James (30) als ihr Freund Four zu sehen. Erneut mit dabei sind zudem Kate Winslet (39) als Bösewicht Jeanine Matthews und Ansel Elgort (21) als Tris' Bruder Caleb. Unterstützung erhält die Besetzung unter anderem durch Naomi Watts (46) und Octavia Spencer (44).

Auch diesmal schafft es Kate Winslet hervorragend die kaltblütige Fraktionsleiterin der Ken zu mimen. Man kauft der sonst doch eher für Liebesfilme und Dramen bekannten Schauspielerin gerne den unberechenbaren Bösewicht ab. Der für seine Rolle in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hochgelobte Ansel Elgort enttäuscht in "Insurgent". Seine Leistung ist nicht sonderlich mitreißend und schon der innere Konflikt, in dem sich sein Charakter befinden muss, wird nicht zur Genüge ausgeleuchtet. Shailene Woodley und Theo James beweisen ihr Talent hingegen ungehindert.

 

Action-Szenen im Übermaß

 

Im Vergleich zum ersten Teil legt "Insurgent" bei der Action gehörig zu und es geht von Anfang an spannend zur Sache. Die Kampffähigkeiten, die Woodleys Charakter Tris im ersten Teil erlernt hat, werden bei jeder Gelegenheit eingesetzt. Teilweise wirken die Szenen jedoch allzu erzwungen. Es ist schon fast erschreckend wie abgebrüht Tris nahezu automatisch zur Waffe greift - und nicht zögert zu schießen.

 

Visuell ein Knaller

 

Der deutsche Regisseur Robert Schwentke (R.E.D. - Älter, härter, besser) hat mit "Insurgent" zumindest visuell ein kraftvolles Werk erschaffen. Er begeistert mit atemberaubenden Effekten, bei denen der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt sind. So werden zum Beispiel die aus dem ersten Teil bekannten Simulationen, genannt SIMs, aufgegriffen und ausgebaut. Nicht selten fühlt man sich hier an die bildgewaltigen Szenen eines "Inception" erinnert.

Im Gegensatz zu den gelungenen Effekten können die Dialoge nicht begeistern. Es wird versucht auf Themen wie Familie, Liebe, Moral und Vergebung einzugehen, doch werden diese meist nur oberflächlich gestreift. Auch eine enthaltene Sex-Szene wirkt eher wie ein aufgesetzter Neben-Akt, dem jegliche Zärtlichkeit abhandengekommen ist.

 

Trotz Schwachstellen ein sehenswerter Film

 

Trotz seiner Schwächen schafft es der Film den Zuschauer kurzfristig in eine andere Welt zu entführen und seine Fantasie anzuregen. Shailene Woodley zeigt sich auch diesmal als eine starke weibliche Heldin, die mit inneren und äußeren Dämonen zu kämpfen hat. Freunde von Titeln wie "Die Tribute von Panem" oder "Maze Runner" dürften auch an "Die Bestimmung - Insurgent" ihre Freude haben. Action-Fans kommen sowieso auf ihre Kosten.

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