Initiatoren einer Rufkette feiern Weltrekord

Rufkette
Etwa 150 Menschen haben sich quer durch den Wald Nachrichten zugerufen. Foto: Andreas Arnold © DPA

Der Verbindungsaufbau dauerte viel länger als geplant, die Kommunikation war lückenhaft und voller Fehler. Doch rasch feiern die Organisatoren einen Weltrekord.

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Etwa 150 Menschen haben am Donnerstag im Taunus gestanden und sich quer durch den Wald Nachrichten zugerufen. Sie bildeten die mit sieben Kilometern nach Angaben der Veranstalter bislang längste Rufkette der Welt. Ausgedacht hatte sich die Aktion die Gießener Theatergruppe "Mobile Albania".

"Willkommen zum Tag des längsten analogen Ferngespräches", begrüßt der Künstler Roland Siegwald am Nachmittag die vielen Schaulustigen auf der Saalburg, einem ehemaligen Römerkastell. Bis kurz vor Beginn hatte man noch nach Teilnehmern gesucht. Auch Sybille Borchardt-Schneeberger aus Bad Homburg war eigentlich nur zum Zuschauen gekommen. "Wir wurden dann hier von einer Frau angesprochen und da haben wir eben mitgemacht", erzählt die Frau, als sie sich auf ihren mit einem roten Fähnchen markierten Posten stellt.

Die Idee: Von der Saalburg aus sollen mehrere Sätze nach Friedrichsdorf ans Johann-Philipp-Reis-Haus übermittelt und von dort aus die Antworten - wieder ohne technische Hilfsmittel - zurückgerufen werden. Reis (1834-1874) gilt als der Erfinder des Telefons, er lebte in Friedrichsdorf. Als ersten Satz soll er einst "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat" telefonisch durchgegeben haben.

Viele Besucher auf der Saalburg erwarten nun auch hier diesen Satz. Doch der erste Mann in der langen Kette - Till Korfhage von "Mobile Albania" - ruft Sätze wie "Die Römer kommen" oder "Der Schall dringt durch alle Grenzen" über die Brüstung des ehemaligen Römerkastells. Die vielen Menschen im Wald stehen im Abstand von jeweils etwa 50 Metern voneinander entfernt. Einige Sätze verstehen sie gut, bei anderen machen sie ratlose Gesten oder fragen noch einmal nach.

Als auf der Saalburg die Antworten aus der Nachbarstadt nach etwa einer halben Stunde eintreffen, lösen sie teilweise Irritationen aus. "Saalburg, wir hören" ergab noch Sinn. Doch ein Satz war völlig unverständlich. Und was mit "Käsekuchen und Apfelsaft" gemeint war, wusste auf der Saalburg niemand. "Eigentlich sollte hier der Satz 'Friedrich, für Verpflegung ist gesorgt' ankommen", sagt Siegwald.

Welche Sätze es bis nach Friedrichsdorf geschafft hatten, konnte Siegwald nicht sagen - zum Handy hatte er noch nicht gegriffen. 40 Minuten, nachdem der erste Satz in Richtung Friedrichsdorf gerufen worden war, stellte er sich auf die Saalburg-Brüstung und verkündete: "Der Weltrekord ist gelungen."

Bislang gab es hierzu noch keinen Rekord, die sieben Kilometer lange Rufkette soll nun beim Rekord-Institut für Deutschland eingetragen werden. Veranstalter waren die regionalen Gesellschaften Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main und Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main.


dpa
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