Hollywood Blog by Jessica Mazur

In Hollywood hat's sich ausgeflucht

In Hollywood hat's sich ausgeflucht
In Hollywood hat's sich ausgeflucht

von Jessica Mazur

Lalaland hat einen neuen Star! Der Name des aufgehenden Stern am Hollywood-Himmel lautet McKay Hatch. Der Junge ist 14 Jahre alt, Schüler und derzeit in allen amerikanischen Nachrichtensendungen zu sehen, und das ganz ohne Sextape oder ohne die Nachbarstochter geschwängert zu haben. Ganz im Gegenteil, denn McKay hat den 'No Cussing Club' eröffnet, ein Verein, der seinen Mitgliedern verbietet, Schimpfwörter zu benutzen. Hatch ging es nämlich auf die Nerven, dass seine Mitschüler in jedem Satz die Wörter "f**k" und "sh*t" verwendeten und forderte sie deshalb heraus, dass sie es nicht schaffen, eine zeitlang ohne Schmuddel-Vokabular auszukommen. Und siehe da, anstatt den Popo des 'Strebers' in die nächstbeste Mülltonne zu befördern, ließen sich die Mitschüler tatsächlich darauf ein und traten dem Club bei. Das Ganze ist jetzt zwei Jahre her, und heute hat der Club weltweit mehr als 30.000 Mitglieder, u.a. im England, Frankreich und Argentinien. Dass Hatch derzeit durch US Shows, wie 'The Today Show', 'Jay Leno' und 'Dr. Phil' tingelt, hat den Grund, dass nun auch die Stadt Los Angeles auf den Jungen aufmerksam geworden ist. LA fand die 'keine Schimpfwörter' - Idee nämlich so toll, dass heute allen Ernstes die erste, offizielle 'No Cussing Week' einberufen hat. Jawohl, ab heute darf in Los Angeles eine Woche nicht geflucht werden. What the f**k? Oh.

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Die allgemeine Reaktion in LA lautete in etwa: "Are you f**king kidding me with this sh*t?", denn wie in zahlreichen Onlineforen zu lesen war, sind die meisten Leute hier der Ansicht, die City hat ganz andere Probleme, als hier und da ein paar Schimpfwörter. Ein Leser schreibt außerdem: "Wenn ich meinen Bettpfosten A-Son-Of-A-B*tch nennen will, nachdem ich mir daran den kleinen Zeh gestoßen haben, dann nenne ich ihn A-Son-Of-A-B*tch, verdammt noch mal." Naja, irgendwie hat er ja Recht... Und so richtig verboten ist der Gebrauch von Schimpfwörtern dann auch wieder nicht, denn Strafzettel werden keine verteilt. Obwohl die City auf diese Art und Weise bestimmt eine Menge Geld machen könnte. Gerade eben auf dem Sunset Boulevard schrie zum Beispiel ein aufgebrachter Autofahrer, der mal wieder im typischen LA Traffic feststeckte, seinen Vordermann an: "Get out of the way, you stupid f**k face!" und Celebrities, wie Paris Hilton und Nicole Richie, die sich untereinander nur mit "Bitch" und "Slut" anreden, wären wohl auch im Handumdrehen pleite...;-)

Aber ganz soweit geht der Einfluss des 14-Jährigen hier in LA dann doch noch nicht. Aber vielleicht kommt das ja noch, denn der Junge versucht jetzt, sein Saubermann-Image zu nutzen und hat gerade mit dem Rappen angefangen. Moment mal, rappen ohne Schimpfwörter? Das ist ja ein bisschen so, wie Boris Becker ohne Hochzeitspläne, gibt's doch gar nicht, oder? Anscheinend doch, denn anstelle von "Yo! Motherf**ker, Yo!" singt McKay Hatch "If you wanna hang with us, we don't wanna hear you cuss!". Naja, ob aus dem Schüler der nächste Eminem wird, bleibt da wohl abzuwarten... Aber seiner 'No Cussing Week' sagt der Stadtrat von LA eine goldene Zukunft voraus, denn dort ist man überzeugt, dass sich der Versuch durchsetzen wird und schon bald andere US Staaten und irgendwann der Rest der Welt folgen werden. Eine Schimpfwörter-freie Welt, und das alles, weil ein 14-jähriger Schüler sensible Ohren hat! Holy sh*t! Äh..., ich meine natürlich: Wie außergewöhnlich! Ich fürchte, die kommenden sechs Tage werden nicht einfach für mich...;-)

Viele Grüße aus Lalaland von Jessica Mazur

 

In Hollywood hat's sich ausgeflucht
© Bild: Jessica Mazur