Im Zeichen der Eiche: Folkpop aus Holland

Black Oak
Geert van der Velde und Thijs Kuijken (r) sind Black Oak. Foto: K&F Records/Broken Silence © DPA

Wer auf herzerwärmenden Singer-Songwriter-Folk steht, kann natürlich in den USA oder Großbritannien suchen. Muss er oder sie aber nicht. Zwei aktuelle Alben aus diesem Genre kommen aus - den Niederlanden. Namentliche Ähnlichkeiten sind beabsichtigt.

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Die neuere der beiden Platten heißt "Equinox" (K&F Records/Broken Silence) und stammt vom Duo-Projekt BLACK OAK. Dahinter stecken die beiden profilierten holländischen Songschreiber Geert van der Velde (der eigentlich zur Band The Black Atlantic gehört) und Thijs Kuijken von der Formation I AM OAK. Die wiederum hat erst vor wenigen Wochen Neues herausgebracht, nämlich das Album "Our Blood" (Snowstar/Cargo). Beiden Werken ist gemeinsam, dass sie sich vor der Konkurrenz aus den klassischen Folkpop-Ländern nicht im Geringsten verstecken müssen.

"Our Blood" ist bereits Kuijkens fünftes Quasi-Solo-Album als I Am Oak, und so beruhigend-friedlich, wie es in "Geest" mit etwas Orgel und fein geschichtetem Bariton-Gesang beginnt, geht es auch weiter. Viel Akustikgitarre ist zu hören, etwas Banjo in "Warl", ein sachte patschendes Schlagwerk.

Und immer wieder diese melancholische Stimme, die in vielen schönen Zeitlupen-Balladen über den Verlust eines geliebten Menschen singt. Trotzdem ziehen diese zwölf behaglich mäandernden Lieder in all ihrer Melancholie nie herunter, sondern betören - bis auf einen kurzen E-Gitarren-Ausbruch in "Gold" - auf stets stille, charmante Art.

Aus van der Veldes The Black Atlantic und Kuijkens I Am Oak wurde zuletzt das Duo Black Oak. Ihr erstes gemeinsames Album spielt in punkto Opulenz und songschreiberische Klasse nochmal in einer höheren Liga - als wenn zwei Hochtalentierte in einem gemeinsamen Kraftakt das Allerbeste aus sich herausgeholt hätten.

Die nordamerikanische Folktradition - insbesondere Simon & Garfunkel, aber auch aktuellere Beispiele wie Milk Carton Kids oder Fleet Foxes - darf hier als Vergleichsmaßstab herhalten. Und doch wirkt "Equinox" weder streberisch-epigonal noch altbacken. Sondern immer wie ein - besonders in der herausragenden zweiten Albumhälfte - höchst gelungenes, zeitloses Folkpop-Werk zweier toller Sänger und Musiker.


dpa
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