"Ich bin zu nett für eine Casting-Jury."

Jürgen Drews im exklusiven Interview
Jürgen Drews: "Daniela Katzenberger ist eine Katze, die fährt die Krallen aus, wenn ihr etwas nicht passt."

Jürgen Drews spricht offene Worte über Kollegen Katzenberger und Wendler

Du trittst bei deinem Branchenkollegen Michael Wendler auf?

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Jürgen Drews: Tja, Michael Wendler – „König des deutschen Popschlagers“. Das wusste ich übrigens gar nicht ... Ich hab das erste Mal sein Konterfei auf einem Lieferwagen gesehen. Da stand “Michael Wender, König des deutschen Popschlagers”. Da habe ich mich im Auto, hinter diesem Wagen fahrend, verbeugt und gesagt: “Schön, dass ich dich mal kennen lerne, denn gehört hab ich dich noch nicht” (lacht). Michael ist ganz witzig, er hat’s wie Muhammad Ali gemacht und gerufen: “I am the greatest”. Alle haben gesagt, der ist doch bescheuert, dieser Muhammad Ali. Aber der hat sich so clever verkauft und so draufgehauen, dass man sich den Namen gemerkt hat.

Es gab auch Zeiten, in denen es ruhiger um dich bestellt war. Hättest du einen Plan B gehabt, wenn es mit der Karriere nicht weitergegangen wäre?

Jürgen Drews: Ich brauchte keinen Plan B, weil ich von jeher wusste, dass ich durchkommen werde. Ich würde vielleicht nicht gerade mit einem Mercedes ankommen, aber das brauche ich auch nicht. Ich lebe ganz ehrlich und bodenständig. Ich habe das gemacht, was ich wollte. Ich war erst ein Popsänger und bin in die Schlagerbranche reingerutscht durchs “Kornfeld”. Es macht mir tierischen Spaß, ich habe in den USA gelebt, kam zurück und da war ich ja schon in den Charts. Ich wusste, ich komme mit dem, was ich an Titeln habe, immer durch. Irgendwann habe ich wieder einen Hit.

Ein neues Projekt ist das "Jürgen Drews Kultcafé". Wie verträgt sich das Lokal mit dem "Café Katzenberger" auf Mallorca?

Jürgen Drews: Wir haben gesagt, wir wollen uns gegenseitig befruchten (grinst). Na ja, ein Kind gibt’s nicht, aber eine gewisse Befruchtung ist schon da, denn wir haben Richtungsschilder aufgestellt: „1500 m zum Café Katzenberger” und „1500 m zum König”. Das funktioniert. Die Leute fahren hin und her, und das hat sich herumgesprochen.

Du bist regelmäßig vor Ort, stimmt das?

Jürgen Drews: Der Drews, wie er leibt und lebt, schlägt regelmäßig in seinem Kultcafé auf, immer so um 16 Uhr. Das Lokal ist nicht groß, denn man weiß ja vorher nie, wie es angenommen wird. Es gibt eine kleine Bühne, ich bin umringt von irgendwelchen Bildern von mir und singe ein paar Lieder.

Hättest du je gedacht, dass du mal in die Gastronomiebranche einsteigen würdest?

Jürgen Drews: Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal mache oder dass das so angenommen wird. Ich habe selten gesehen, dass Leute, die sonst vom Drews sagen: ‚Na ja, der ist ja schon gesetzten Alters, zwar noch ganz gut drauf, aber ziemlich beknackt’, mich auf einmal mit offenen Armen empfangen. Da sind Jugendliche dabei, die sagen ‚Hey, Sie sind ja wirklich zum Anfassen da, ist das geil’. Die machen Fotos und freuen sich.

Was den Fanrummel betrifft, hattest du ja kürzlich eine Grundsatzdiskussion mit Daniela Katzenberger ... Wie ging die Geschichte weiter?

Jürgen Drews: Dass ich ihr gesagt habe: ‚Ich schick dir den Knigge zu’, dazu stehe ich, das hatte auch seinen Grund. Ich habe ihr gesagt, wenn sie einen Laden aufmacht, kann sie vorher nicht sagen, sie sei publikumsscheu. Die Leute erwarten, dass Daniela Katzenberger auch präsent ist und zumindest mal mit einem Autogramm beglückt. Ich mach das ganz anders: ich gebe Autogramme, auf allem, was sich bewegt. Ich hasse es ja, Autogrammkarten mitzunehmen. Entweder haben die Leute eine CD in der Hand oder ich schreibe woanders drauf. Ist viel lustiger. Daniela habe ich weiter gesagt, dass man dem Publikum Respekt entgegenbringen muss, oder man darf einen solchen Laden nicht führen.

... deine Zukunftsprognose für Frau Katzenberger?

Jürgen Drews: Da kommen wir zum Positiven: diese Frau weiß, was sie tut. Manchmal geht’s ein bisschen durch mit ihr, aber das ist es doch gerade, was sie so interessant macht. Was macht den “König von Mallorca” so interessant – er ist bescheuert! Das war mal anders: ich war Persona non grata. Alle Türen der Öffentlich-Rechtlichen waren zu. Irgendwann hat man dann gemerkt, der Drews weiß schon einen Satz hinter den anderen zu setzen. Und auch Daniela weiß, was sie tut. Sie lässt sich einfach gehen, weil sie gemerkt hat, das kommt an. Man weiß bei ihr nie, was passiert. Das ist 'ne Katze, die fährt die Krallen aus, wenn ihr was nicht passt. Auf der anderen Seite weiß sie auch genau, was sie sagt. Daniela: ich grüße dich!

Ein gutes Schlusswort ... vielen Dank für das Interview!

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