"Ich bin dann mal weg": Bestseller-Verfilmung auf DVD

Ich bin dann mal weg
Devid Striesow (l) und Hape Kerkeling bei der Premiere von "Ich bin dann mal weg" in Berlin. Foto: Jens Kalaene © DPA

Schauspieler Devid Striesow ("Zeit der Kannibalen") ist ein Mann der Metamorphose, dem radikale Gewichtsveränderungen nach eigenem Bekunden nichts ausmachen.

- Anzeige -

Für den Film "Drei" von Tom Tykwer habe er mal 23 Kilo abnehmen müssen, sagte er dem Hessischen Rundfunk. Und für "Ich bin dann mal weg" nahm der 43-Jährige nach eigenen Angaben zehn Kilogramm zu.

Um Gewicht zuzulegen, müsse man Mandelshakes, gute Fette und viele Kohlenhydrate zu sich nehmen, empfiehlt der Schauspieler. Und so schleppte Striesow auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela neben einer Menge Lebens- auch reichlich Körperballast mit sich herum - und sieht fast wie Hape Kerkeling aus.

Jetzt ist die Verfilmung von Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" auf DVD/Blu-ray (Warner Home Entertainment) erschienen. Im Buch schildert der Entertainer aus dem Ruhrgebiet nach Hörsturz und Gallenblase-Entfernung seine Auftritts-Auszeit und Pilgerreise in Spanien.

Er wanderte im Jahr 2001 fast 800 Kilometer, schummelte hier und da ein bisschen mit Bus oder Taxi, nächtigte lieber in Hotels statt Massenherbergen, beobachtete die anderen Pilger, hatte eine Begegnung mit Gott, wie er es andeutete, freundete sich mit zwei Frauen an und gelangte schließlich beseelt nach Santiago de Compostela.

Und da ist mächtig viel los auf dem Weg: Die Andenkenbuden sind gerammelt voll, in den schlichten Massenherbergen braucht man starke Nerven - und am besten auch keinen Geruchssinn. Und für manchen ist der Pilgerweg mehr ein "Boulevard d'amour" als ein Pfad zur Sinnsuche. Fleischeslust toppt Seelenheil. Die Einsamkeit der Pyrenäen? Pustekuchen. Und die Sonne scheint auch nicht immer.

Regisseurin Julia von Heinz ("Hannas Reise") hat Kerkelings Bestseller mit viel Charme, Humor und ein wenig Slapstick fein umgesetzt. Ein leichter Film mit Tiefgang, wie er in Deutschland doch so schwer zu finden ist.

Devid Striesow hatte ein wenig Bammel vor der Rolle: "Ich hatte Angst, ob ich dem Kerkeling gerecht werde. Ich wollte ihn auf keinen Fall parodieren", meinte der Schauspieler im Gespräch mit dem Magazin "Brigitte".

Nervös war aber auch Hape Kerkeling, als er den Film das erste Mal sah: "Er beginnt mit einem kurzen Offtext, den Devid Striesow spricht. Das ist der Originaltext aus meinem Buch, und ich war der festen Überzeugung, das sei meine Stimme. Insofern hatte Devid mich schon in der ersten Minute, weil ich dachte, er wäre ich. Mehr kann man nicht wollen", sagte er im Interview mit der Fernsehzeitschrift "Hörzu".


dpa
— ANZEIGE —