Hui Spinne - 'The Amazing Spider-Man'

Hui Spinne - 'The Amazing Spider-Man'
© Columbia Pictures/Splash News

Da hat sich Sony ja was ganz Besonderes einfallen lassen: Gestern fand in Berlin am Potsdamer Platz, zeitgleich mit anderen Metropolen wie London, New York oder Tokyo, eine exklusive ‚The Amazing Spider-Man‘-Sneak-Preview statt. Ausgelosten Fans und ausgewählten „Filmfuzzis“ – wie die gut gelaunten Event-Moderatoren uns Presseleute nannten – wurde dabei ein Blick auf einen neuen Trailer und etwa neun Minuten Filmmaterial des Reboots gewährt. Und soviel darf gesagt sein: Bei dem Material bekommt man schnell Lust auf mehr!

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So mancher Comic- und Filmfan mag noch immer starke Zweifel am Sinn und Zweck einer Neuauflage der Spider-Man-Abenteuer hegen. Schließlich hat der Superheld in dem rot-blauen Ganzkörperkondom sich schon in der letzten Dekade so erfolgreich über die Leinwände geschwungen, dass Tobey Maguire als Spider-Man alias Peter Parker und Kirsten Dunst als seine Love Interest Mary Jane noch immer zu präsent in unseren Köpfen herumspringen. Darüber hinaus scheinen viele Spidey-Anhänger enttäuscht zu sein, dass nicht einfach Sam Raimi wieder für einen vierten Teil auf dem Regiestuhl Platz nimmt, sondern Marc Webb ein sogenanntes ‚Reboot‘ an den Start bringt. Und der ehemalige Musikvideo-Regisseur kommt mit seinem bisher einzigen Kinofilm, der Indie-Romanze ‚500 Days of Summer‘ bei den Actionfans nicht wirklich an. Um also kräftig die Werbetrommeln zu rühren, die kritischen Stimmen verstummen zu lassen und zu beweisen, dass Marc Webb und vor allem der durchtrainierte Andrew Garfield (‚The Social Network‘) durchaus Potenzial haben, in die Fußstapfen von Raimi und Maguire zu treten, hat Sony für seine PR-Aktion also keine Mühen gescheut. Und was haben wir dabei zu Gesicht bekommen?

Die Story scheint nun natürlich nicht so unfassbar neu und „noch nie dagewesen“ zu sein, wie die PR-Leute einem vorbeten wollen, aber jetzt mal ehrlich: Nerd will Mädchen, wird Superheld, trifft auf Oberbösen, besiegt Oberbösen, kriegt Mädchen. War immer so, ist immer noch so und wird auch immer so bleiben. Wer also hier was ganz Tolles, Neues erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein. Dafür scheint die Technik zu überzeugen. Die 3D-Effekte, die man leider nur im Trailer zu sehen bekommt (das übrige Material war noch nicht komplett fertig und deshalb noch zweidimensional) machen zur Abwechslung mal Appetit auf mehr. Durch den Einsatz neuester 3D-Kameras wird dem Raum tatsächlich Tiefe verliehen, ohne dass dabei die Schärfe oder die Farbsättigung verloren geht. Das kann selbst in den schnell geschnittenen Action-Sequenzen überzeugen.

Dennoch unterscheidet sich die Story ein klein wenig von dem Franchise mit Maguire, denn Garfields Peter Parker geht nicht aufs College, sondern spielt einen frechen High-School-Skater-Boy. Und das macht er, so wie es bisher aussieht, mit ganz schön viel Charme. Auch sein Spider-Man ist eine ganze Spur arroganter und kommt mit mehr Humor und Selbstironie daher als der etwas verweichlichte Vorgänger. Und die antrainierten Muckis, mit denen sich der sonst etwas schlaksigen Garfield durch den Großstadtdschungel New Yorks schwingt, stehen ihm auch ganz schön gut. Aber wie macht sich die blondierte Emma Stone als Gwen Stacy? Schon in den wenigen Minuten Material, das wir sehen durften, flogen zwischen Garfield und der wundervollen Stone die Funken. Die Chemie zwischen den beiden Mimen stimmt. Ihre schnuckelige Teenie-Romanze werden sie ohne große Mühen sicherlich glaubhaft auf die Leinwand zaubern – ob das tatsächlich an einem echten Techtelmechtel liegt?

Sony hat mit dieser riesigen PR-Aktion also nochmal alle Register gezogen, um die skeptischen Fans von ihrem Zweifel zu befreien. Nach dem ersten, halbfertig gerenderten Trailer im Ego-Shooter-Stil war das auch bitter nötig und ist absolut gelungen. Wir erwarten den Kinostart am 03.07. 2012 also mit Spannung.

Von Mihaela Gladovic

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