Hugh Jackman richtig sexy: "X-Men Origin"

Hugh Jackman richtig sexy: "X-Men Origin"

Von Christina Gruber

Die Bosse des Hollywood-Studios Twentieth Century Fox dürften schon seit Jahren auf den Knien liegen und dem Filmgott danken, dass es die „X Men“-Comics von Marvel gibt. Die Triologie startete im Sommer 2000 mit der Boxoffice-Sensation „X Men – Der Film“, und auch die beiden Nachfolger „X Men 2“ (2003) und „X Men – Der letzte Widerstand“ (2006) waren echte Hits an der Kinokasse. Kein Wunder also, dass hier das Eisen geschmiedet werden sollte, so lange es heiß ist und Fox nun mit einem Spin-Off aufwartet, das die Vorgeschichte des charismatischsten aller Mutanten erzählt: „X Men Origins – Wolverine“.
In der bisherigen „X Men“-Saga befanden wir uns in der nahen Zukunft, nun wird das Comicheft um 150 Jahre zurückgeblättert: Wie wurde aus einem kleinen Jungen namens James Howlett die knallharte Kampfmaschine Wolverine (Hugh Jackman) alias Logan? Eine Familientragödie offenbart die Mutanten-Fähigkeiten des kleinen James und schmiedet ihn fest zusammen mit seinem großen Bruder Victor Creed (genial böse: Liev Schreiber), dem brutalen „Sabretooth“. Als unverwundbare, unsterbliche Söldner kämpfen sich die Brüder Seite an Seite durch unzählige Kriege – bis ein Oberst namens William Stryker (Danny Huston) auf die besonderen Kräfte der beiden aufmerksam wird und sie in seine Spezialtruppe aufnimmt, dem Mutanten-„Team X“.

Regisseur Gavin Hood („Machtlos“, „Tsotsi“) führt hier eine ganze Reihe neuer Charaktere aus den „X Men“-Comics ein, auf die die Fans schon lange gewartet haben. Ob Killermaschine Wade Wilson alias Deadpool (Ryan Reynolds), Elektro-Mutant Bradley (Dominic Monaghan aus „Lost“), Teleporter John Wraith („Black Eyed Peas“-Musiker Will.i.am) oder auch der von den Comic-Freunden heiß ersehnte Gambit (Taylor Kitsch) – die Nebenfiguren sind spannend angelegt, verschwinden aber allesamt nach einem kurzen Auftritt wieder so sang- und klanglos, dass es wirklich jammerschade ist.

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Hugh Jackman richtig sexy: "X-Men Origin"

Logan ist bald angewidert von der Brutalität, mit der „Team X“ bei seinen Einsätzen vorgehen muss – und vor allem auch von seinem mitleidlosen Bruder. Er verlässt die Mutanten-Truppe, um in den kanadischen Rocky Mountains mit der Liebe seines Lebens Kayla ein ruhiges Leben zu führen. Doch Stryker will seinen Parade-Kämpfer nicht loslassen. Nachdem Logan eine Rückkehr zum Team X ablehnt, geschieht eine Tragödie: Logan findet die geliebte Kayla leblos in ihrem Blut, offenbar ermordet von seinem Bruder, von „Sabretooth“ Victor. Blind vor Schmerz und Hass hat Logan nur noch einen Gedanken: Er will sich rächen und den Bruder töten. Nur deshalb lässt er sich sogar wieder mit Stryker ein, der ihm in einer martialischen Operation ein stahlhartes Adamantium-Knochengerüst für den ultimativen Kampfeinsatz verpasst.

Doch Stryker spielt ein falsches Spiel, und so ist Logan bald auf einer wilden Flucht vor dem Oberst und seinen Söldnern – und gleichzeitig auf dem Rachefeldzug gegen den Bruder. Bei den Actionszenen setzt der Regisseur in der ersten Hälfte des Films hauptsächlich auf gut choreografierte Kämpfe: Mann gegen Mann. Das Finale hingegen lässt Hood zu einer wahren Materialschlacht ausarten, die dennoch leider nicht mitreißt. Die einstürzenden Betonbauten bleiben so zweidimensional, dass hier der Kinosaal garantiert nicht bebt.

Wie Regisseur Hood immer wieder in Interviews beteuerte, seien vor allem Logans innere Kämpfe – mit sich selbst, mit seiner Vergangenheit, mit dem Bruder, der ihm ähnlicher ist, als Logan wahrhaben möchte – der zentrale Punkt des Films. Hugh Jackman gibt sich hier schon mit seiner körperlichen Präsenz alle Mühe, kommt jedoch nicht immer gegen das mitunter sehr oberflächliche Drehbuch an. Etliche Seitenstränge und Nebenhandlungen werden angerissen und nicht zu Ende erzählt, das Schicksal des Helden Wolverine lässt immer wieder das Gefühl aufkommen, dies alles so oder so ähnlich schon einmal in anderen Action-Abenteuern gesehen zu haben.

Immerhin werden die dringendsten Fragen der Fans beantwortet: Warum Wolverine überhaupt so heißt - und wieso er zu Beginn von Teil 1 der Saga keinen blassen Schimmer hat, wer er wirklich ist. Doch eine Frage bleibt offen: Warum Regisseur Hood hier nicht mehr Wert auf eine sorgfältiger und origineller konstruierte Story gelegt hat – ein so charismatischer Filmheld wie Wolverine hätte es verdient.

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