Hugh Grant: 'Ich kann nicht gut mit Babys!'

Hugh Grant: 'Ich kann nicht gut mit Babys!'
© TitoMedia.com.au / Splash News

Seit der Trennung von Liz Hurley und Jemina Kahn ist der gut aussehende Brite, der immer wieder in romantischen Komödien den stammelnden Beziehungsversager spielen muss, Single. Im Interview beteuert er, dass das nicht daran liegt, dass er zu viel Golf spielt, beichtet er eine heiße Affäre mit dem Bären aus seinem neuen Film 'Haben Sie das von den Morgans gehört?' und verrät, dass er mit Babys nichts anfangen kann.

- Anzeige -

Interview: Mireilla Zirpins

Wie war es, zum ersten Mal einen Stetson zu tragen?

Ich finde, ich sah ziemlich sexy aus in meinem Stetson. Immerhin hoffte ich das bei den Dreharbeiten. Jetzt, wo ich den Film gesehen habe, finde ich es eher peinlich. Ich hatte schon als Kind immer gern Cowboyoutfits.

Den Rest des Films müssen Sie in Unterhosen und T-Shirts rumlaufen. Hätten Sie sich da nicht was Schickeres gewünscht?

Die waren schon okay. Ich sag dem Kostümbildner immer, dass ich gern unglaublich bezaubernd aussehen würde – also so, dass man gut aussieht, aber nicht so, als hätte man es auch drauf angelegt. Ich bin aber nicht sicher, ob uns das gelungen ist.

Wie waren die Dreharbeiten im Mittelwesten?

Es ist wirklich ganz schön dort, ich hab sogar Westernmusik gehört. Da lief ja auch nichts anderes im Radio. Das beste war aber, dass da niemand promigeil war. Die Szenen, die ich mit Sarah Jessica Parker in New York auf der Straße gedreht habe, waren die Paparazzi-Hölle.

Sie mussten auch mit einem echten Bären spielen. Hatten Sie denn keine Angst?

Ich hab Bart richtig lieb gewonnen. Als Schauspieler ist er allerdings schwierig, er ist eine echte Primadonna und sehr perfektionistisch, er wollte immer gut aussehen und ständig schamponiert werden. Aber ich habe mich mit ihm angefreundet. Am Ende hatten wir sogar eine Affäre. Aber das sollte ich wirklich hier nicht erzählen, denn er ist verheiratet.

Oh, und ich dachte, Bart wäre ein Bärenmädchen.

Nein, ein Kerl. Das macht es natürlich noch schlimmer.

Sie haben vor 20 Jahren im Vampirfilm 'Der Biss der Schlangenfrau' mitgespielt. Was halten Sie von Filmen wie 'New Moon'?

Mein alter Freund Chris Weitz, der mit mir 'About A Boy' gedreht hat, hat da Regie geführt. Der Trailer sah gut aus, den Film kenne ich noch nicht. Ich kann den Hype um Vampire aber verstehen. Sie sind gemeinhin ganz schön sexy. Die Dreharbeiten zum 'Biss der Schlangenfrau waren sehr lustig. Das Drehbuch war lächerlich, ich glaube nicht, dass Ken Russell es als Komödie geplant hatte. Dann konnte er aber drüber lachen, dass wir es dämlich fanden. Der Typ ist eh schräg. Der trinkt zum Mittagessen schon 'ne große Pulle Wein. Ich sollte da eine Frau mit einem Schwert in zwei Stücke schlagen – was man halt so macht in einem Ken-Russell-Film. Ich sagte: 'Ken, das fühlt sich so nicht richtig an', und er lallte mir entgegen: 'Fuck, scheiß drauf, was du fühlst, du Muschi, mach jetzt und nimm das verdammte Schwert!' Ich fand's aber lustig.

Wie war es denn mit Sarah Jessica Parker?

Ich hab ja schon vor 13 Jahren 'Extrem' mit ihr gedreht. Sie hatte das aber komplett verdrängt. Das tat ein bisschen weh – schließlich hab ich den Film damals produziert. So schlecht war der Film gar nicht, er war nur eine Katastrophe an der Kinokasse.

Was ist denn dran an den Gerüchten, dass Sie so viel Golf spielen, dass Sie keine Zeit haben, Frauen zu daten?

Das habe ich nie gesagt. Das ist wieder eine von diesen bescheuerten Erfindungen von Journalisten. Ich spiele Golf, das stimmt.

Wirklich alles nur ausgedacht? Ich habe gelesen, dass Sie sogar nachts bei Youtube Golf-Videos anschauen.

Ja, das stimmt, ich bin süchtig danach. Nachts, wenn ich betrunken bin, gucke ich bei You Tube Golfvideos.

Also doch.

Aber das hat nichts mit meinem Liebesleben zu tun.

Aber da kommen wir zu einem sehr interessanten Thema. Was ist Ihres Erachtens das größte Missverständnis zwischen Männern und Frauen?

Meine neuste Theorie ist, dass vielleicht das Konzept, dass ein Mann und eine Frau in einer kleinen Einheit zusammen leben, nicht zwangsläufig der beste aller Wege ist. Im Islam hat man die ganze Sippe im Haus, und alle kümmern sich gemeinsam um die Kinder.

In Ihrem neuen Film wollen Sie keine Kinder haben - wie so viele Männer. Könnte das eins der Probleme sein?

Ach, es gibt auch viele Frauen, die noch nicht so früh Kinder haben wollen. Meine Cousins und Cousinen in Schottland haben zum Beispiel alle mit 19 geheiratet und Kinder gekriegt – bevor sie alt und zynisch genug werden konnten um zu raffen, was für eine bescheuerte Idee das ist. Vielleicht macht man es besser, wenn man jung ist und denkt gar nicht weiter drüber nach.

Am Ende des Films sind Sie dann allein mit den schreienden Kindern zu Hause. Ein echter Alptraum für Sie?

Ja. Ich bin nicht gut mit Babys. Kinder mag ich, aber von Babys habe ich keine Ahnung.

Warum hat es so lange gedauert, bis Sie wieder einen Film gedreht haben?

Ich hab ja früher immer erzählt, ich wolle aufhören mit der Schauspielerei, aber das sag ich jetzt nicht mehr. Ich schreibe schon seit Jahren an einem Roman, aber ich bin einfach so faul. Und dann hab ich immer Angst, dass ich es selbst schon gar nicht mehr mag, wenn ich daran weitermache. Gestern noch hab ich reingeschaut, da mochte ich es. Vor dem Drehen werd ich auch immer sehr nervös. Beim Dreh zu 'Mitten ins Herz – ein Song für dich' hatte ich schlimme Lampenfieber-Attacken. Da habe ich mich gefragt, ob ich das noch mal durchstehe. Aber bei diesem ging es mir wieder gut.

Also warten Sie jetzt doch drauf, dass Tarantino anruft und sie rausholt aus den romantischen Komödien?

Mh, er hat mich noch nie angerufen. Ich kann gar nicht verstehen warum.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

— ANZEIGE —