Hubert Kah spricht offen über seine Depressionen und Angstzustände

Hubert Kah über die schwerste Zeit seines Lebens
Hubert Kah leidet seit Jahren an Depressionen

Hubert Kah: "Es ist manchmal sehr hart"

Auf dem Schirm hatte Hubert Kah keiner mehr so richtig. War er in den 80er-Jahren noch eine feste Musik-Größe, musste er später mit Depressionen und Angstzuständen in eine psychiatrische Klinik. Erst mit seinem Einzug in den Promi-Container wurde der vergessene 'Hubsi‘ plötzlich wieder zum Liebling der Nation. Im RTL-Interview spricht der 53-Jährige jetzt über die schwerste Zeit seines Lebens.

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1982 schrieb der junge Reutlinger Hubert Kemmler mit seiner Band ein Stück deutsche Musikgeschichte. Mit 'Sternenhimmel‘ wurde Hubert Kah über Nacht zum deutschen Superstar und vor allem seine schrägen Auftritte in Zwangsjacke oder Nachthemd wurden unvergesslich. Doch leider wurden eben diese Inszenierungen schnell zur bitteren Realität: "1988 hatte ich das Bedürfnis mich von meiner Band zu trennen. Ich wusste, ich musste meinen eigenen Weg gehen, aber dadurch fehlte mir auch die Geborgenheit und dieser Halt. Und wenn diese Sicherheit einmal verloren geht, dann kann so eine Krankheit auch mal ausbrechen", erzählt der 53-Jährige..

Die Rede ist von Depressionen und Angstzuständen. Der damals 28-Jährige wird vollkommen von seiner Krankheit übermannt, an seine geplante Solo-Karriere war plötzlich nicht mehr zu denken. Die Folge: 1989 zieht er sich vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück. "Es ist manchmal sehr hart, denn es gibt Momente, wo die Antriebslosigkeit stark zunimmt. Letztendlich muss man es aber für sich selber lösen."

Es folgen diverse Therapie-Methoden und Medikamente, doch die Depressionen kommen immer wieder. Hubert Kah wird als therapieresistent eingestuft. Jahrzehnte lang sucht er nach einer Lösung, denn eins war für ihn klar: "Das Suizidale war für mich nie ein Thema, die Hoffnung war immer führend. Und von da an habe ich mich informiert und bin auf die Elektro-Konvulsions-Behandlung gestoßen."

2012 begibt sich Hubert Kah in die psychiatrische Privat-Klinik Schlössli bei Zürich und lässt sich mit der sogenannten Elektrokrampf-Therapie behandeln. Dabei werden Botenstoffe im Gehirn angeregt, die für die Stimmung eines Menschen verantwortlich sind und bei einer Depression blockiert werden. Der Gesundheitszustand von Hubert Kah hat sich seitdem stark verbessert, sagt er selber: "Das ist wie der Neustart eines Computers."

Im Februar 2014 verlässt er die Klinik. Dass er in der Zwischenzeit als Sänger in der Versenkung verschwunden ist, hatte er allerdings nie registriert. "Ich fühlte mich nie erfolglos, auch wenn ich keine Schallplatten gemacht habe. Ich habe das alles kompensieren können, durch meine erfolgreiche Arbeit als Songwriter für andere Künstler."

So auch für Sandra, die ihren größten Hit 'Maria Magdalena' der kreativen Feder von Hubert Kah verdankt. Dass sich der Künstler dank des Promi-Containers zurück ins Rampenlicht gekämpft hat, war für sie keine Überraschung: „Hubert war damals schon total crazy und verrückt." Sie weiß, dass seine neu gewonnene Beliebtheit unbezahlbar für ihn ist. "Man sieht ihm einfach an, dass er nicht lügt. Seine ganze Art ist ist nicht gespielt und das spüren die Menschen."

Hubert Kah lässt sich nicht unterkriegen und steht zu seiner Verletzlichkeit, seinen Fehlern und seinen persönlichen Problemen. Mitleid möchte er aber nicht: "Es ist an einem dran und begleitet einen das ganze Leben. Es wäre infantil zu behaupten, ich wäre geheilt." Ehrliche Worte, die eine ganze Nation in ihren Bann gezogen haben.

Bildquelle: RTL

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