'Hot Tub': Hangover für ganz Arme…

'Hot Tub': Ein Whirlpool als Zeitmaschine

'Hot Tub': Hangover für ganz Arme…

Tja, was kann dabei heraus kommen, wenn ein unambitionierter Schreiberling versucht, das Erfolgsrezept von ‚Hangover‘, DEM Überraschungserfolg des letzten Jahres zu kopieren? In diesem Fall ist es ziemlich in die Hose gegangen, denn statt vier Sympathieträger ins Rennen zu schicken, die gelungene Witze reißen und auf ihrem Roadtrip eine unterhaltsame Geschichte erleben, haben die Drehbuchautoren von ‚Hot Tub – der Whirlpool ist `ne verdammte Zeitmaschine’ leider genau das Gegenteil gemacht: vier unsympathische und langweilige Kerle, eine scheinbar willkürliche Aneinanderreihung von Fäkalausdrücken und eine Story, die so grausam schlecht ist, dass selbst Trashfilm-Liebhaber schreiend aus dem Kino rennen. Vor allem der sonst so brillante John Cusack enttäuscht als farbloser Adam.

Vom Erwachsenen-Dasein gelangweilt, beschließen Adam, Lou (zu vulgär, zu fies: Rob Corddry), Nicks (Craig Robinson) und Quoten-Nerd Jacob (Clark Duke) in eine ihrer alten Partylocations zu reisen und einen drauf zu machen. Doch die damals so angesagte Stadt ist mittlerweile heruntergekommen und alles andere als hip. Trotzdem betrinken sich die frustrierten Männer und landen am Ende in einem Whirlpool.

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Einfallslos und absolut ambitionslos

Was sie nicht ahnen: Die Hot Tub ist eine Zeitmaschine und hat die Freunde über Nacht ins Jahr 1986 befördert. Das merken sie zunächst nicht, aber grelle Neonfarben, toupierte Frisuren, Walkmans und überdimensionale Schulterpolster bringen sie schließlich doch zu der richtigen Schlussfolgerung.

Um jetzt den sogenannten ‚Butterfly-Effect’ zu verhindern, versuchen sie, alles genau so zu machen wie früher. Das fällt aber schwerer als gedacht, denn Lou muss sich noch einmal verprügeln lassen, Nicks seine Frau betrügen und Adam seiner scharfen ersten Liebe erneut den Laufpass geben…

Klingt lustig? Ist es aber nicht! Obwohl die Story eigentlich Potential hätte, reißen die lieblos gezeichneten Charaktere, die nur noch von den noch schlechteren Dialogen getoppt werden, das Ganze niveautechnisch so dermaßen unter die Gürtellinie, dass statt lachen fremdschämen angesagt ist. Adam ist der frisch getrennte Spießer, Lou, der hängengebliebene Partycrasher mit Hang zum Alkoholismus, Nicks, der von seiner Frau kontrolliert wird und schließlich Jacob, der sein Leben in der Parallelwelt von Computerspielen führt – nicht besonders originell.

Es macht den Eindruck, als habe Regisseur Steve Pink bei seinem neuesten Werk einfach einen einzigen guten Schauspieler wie John Cusack engagiert, ein paar Schimpfwörter aus der untersten Schublade hinzugefügt, ein paar Klischeerollen dazugegeben und einmal kräftig umgerührt. Einfallslos und absolut ambitionslos.

Da kann auch ein John Cusack nicht mehr viel ausrichten und man fragt sich eigentlich permanent, ob dieser super Schauspieler sich vorher eigentlich das Drehbuch durchgelesen hat? Hat er Schulden gemacht und muss jetzt jede angebotene Rolle annehmen, um seine Gläubiger zu bedienen? Oder war er bei der Vertragsunterzeichnung betrunken? Anders lässt sich nicht erklären, warum er seinen guten Namen für diesen Film hergegeben hat, bei dem nicht nur der Titel übertrieben lang ist - auch der 93-minütige Film hätte locker um eineinhalb Stunden gekürzt werden können… Allen, die den Film dennoch sehen möchten sei an dieser Stelle geraten, nicht zu vergessen, ihr Gehirn vor Betreten des Kinosaals unbedingt an der Kasse abzugeben – es könnte sonst einen dauerhaften Schaden davontragen.

Von Christina Rings

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